21 Trainingseinheiten habe ich seit dem ersten VCM-Vorbereitungslauf heruntergespult, das sind 17 Stunden 17 Minuten 32 Sekunden oder auch 424,5 Kilometer. Bei diesem Trainingsumfang sollte doch schon eine Verbesserung der Tempo- bzw. der Pulswerte bemerkbar sein. Das einzige was stört ist das ich mich total erledigt und ausgelaugt fühle, was wohl auch an den zwei harten letzten Trainingswochen liegt. Dementsprechend schwer kann ich im Vorfeld einschätzen wie es mir heute beim Lauf gehen wird.


Stefan         Gerhard         Pepi         Roland         ich
Die fünf Turbo Schnecken beim 2ten VCM-Vorbereitungslauf!

Wettermäßig scheint es so als hätten wir heute Glück, der angekündigte Regen soll nämlich erst im Laufe des Tages kommen und da wir zarte Plusgrade haben beschließen Roland und ich nach einem kurzen Telefongespräch in Kurz Kurz zu laufen, das heißt 3/4 Hose und kurzes Leibchen.

     
Michi      Brigitte      Lisi      Zwergi      Gabi      Christian       Denise                                          Nafi         
                   Unsere heutige 7 köpfige Fangemeinde!                                                          Äh, 8 köpfige!

Nachdem ich mich daheim nochmals vergewisserte alles wichtige eingepackt zu haben und es auch so verstaut habe das ich es nicht übersehen kann machen sich Zwergi und ich auf den Weg in den Prater wo wir ein paar Minuten nach 9 ankommen. Während ich jetzt schleunigst ein WC aufsuche treffen die restlichen Turbo Schnecken ein. Wieder bei den anderen mache ich mich Lauffertig und schon gehen Roland, Pepi, Gerhard und ich einlaufen.

     
Während wir uns brav ans einlaufen machen ...                                            ... bettelt Stefan um einen Bissen vom Hot Dog!

Als das erledigt ist bringe ich meine Eigenverpflegung zu den Tischen. Danach bleibt nicht mehr viel Zeit und somit begeben wir uns auch schon zum Start wo wir noch rasch abklatschen. Da fällt auch schon der Startschuß und gut 30 Sekunden später laufe ich über die Startlinie.


Wenige Sekunden vor dem Start, unsere Fans beziehen Stellung ...

Auch wenn ich es nicht schaffen sollte möchte ich versuche mein geplantes Marathontempo von 4:10 – 4:15 am Kilometer zu laufen und somit gebe ich gleich mal vom Start weg Gas. Überraschender weise läuft es sich nicht mal so schlecht, wenn ich da an meine letzten Trainingseinheiten denke da brauchte ich immer 1 bis 2 Kilometer bis es halbwegs rund lief.


... kurz darauf laufen wir auch schon an ihnen Vorbei!

So geht es recht zügig Richtung Lusthaus die Hauptallee hinunter und schon kommt auch die KM 1 Tafel. Nach einem Blick auf die Uhr stelle ich fest das ich doch nicht so zügig unterwegs gewesen bin weil mit 4:23 bin ich doch deutlich langsamer als geplant, dafür stimmt mich aber mein Puls positiv weil der liegt „nur“ bei 151. Erhöhe jetzt einwenig das Tempo und schon biegen wir auch in die Runde ums Heustadelwasser ein. Dort erspähe ich auf der linken Seiten Christian mit dem Fotoapparat, also links raus und lächeln. Gleich nach der Kurve steht dann Gabi rechts im Graben, da heißt es gleich wieder Seite wechseln und lächeln. Gabi hat übrigens seit dem letzten mal einen Fotokurs gemacht und experimentiert heute mit der Kamera, bin schon gespannt was dabei raus kommt.

     
Zwischen Theorie und Praxis ist halt doch ein kleiner Unterschied, aber vom Motiv her wären es tolle Bilder!

Für mich geht es aber jetzt weiter und für den zweiten Kilometer brauche ich 4:06 und das bei einem Puls von 156 – also wenn das so bleibt wäre ich voll zufrieden. Als wir wieder in die Hauptallee einbiegen warten auch wieder unsere Fotografen auf uns und weil es so toll läuft kann ich beim vorbeilaufen auch einwenig blödeln.


Walter der Fotografenschreck!

Trotz dieser kleinen Blödeleinlage erreiche ich die KM 3 Tafel nach 4:08 und ohne blödeln geht es in 4:06 weiter zu KM 4. Was mir dabei am besten gefällt ist das ich wenn ich auf die Uhr schaue immer nur Pulswerte unter 160 sehe.


Danach geht es mit einen lächeln weiter!

Schon bald ist die Wende beim Riesenrad erreicht und wenige Meter danach steht auch schon die Tafel mit KM 5, für das Stück brauchte ich 4:09. Am Weg zurück weht uns nun ein leichtes Lüfterl entgegen das aber nicht weiter stört. Schneller als erwartet kommen mir nun die anderen Turbo Schnecken entgegen, also dürfte es für sie auch nicht so schlecht laufen. Es folgt Kilometer 6 in 4:09 und nach weitern 4:06 habe ich die erste sieben Kilometer Runde abgeschlossen.


Vom Riesenrad komm ich heut zum ersten mal daher ...

Die Runde lief sich mal 1A aber viel Zeit hab ich nicht mich darüber zu freuen weil vor mir nun ein kleiner Läuferpulk auf den Verpflegungstisch zu läuft wo ich meine Flasche positioniert habe. Leg vorsichtshalber einen kurzen Zwischensprint hin um vor ihnen bei den Tischen zu sein und so kann ich ungestört meine Flasche aufnehmen. Ohne Unterbrechung geht es also weiter und so nebenbei gönne ich mir auch immer wieder einen Schluck aus der Flasche.


... und auf meine Flasche bei Start/Ziel freu ich mich schon sehr!

Anhand der Schritte von hinten merke ich daß sich wieder mal ein Läufer bei mir hinten dranhängt und so geht es mit einen Schatten weiter. KM 8 ist nach 4:10 erreicht und bei der Abzweigung zur Heustadelwasserschleife bekommt mein Schatten ein Gesicht weil er nun nicht mehr hinter mir läuft sondern neben mir – na mit dem hab ich nicht gerechnet aber so ist mir das allemal lieber als hinter mir. Seite an Seite erreichen wir KM 9 und das nach 4:07.


Ich und mein neben mir laufender Schattenläufer (weißes T-Shirt)!

Noch immer läuft es sich recht locker, mein Puls liegt dabei noch immer unter 160 und das finde ich ur toll. Bei der Einmündung in die Hauptallee reiht sich mein Mitläufer wieder hinter mir ein und so „spiele“ ich wieder mal Tempomacher.


Da unsere Fotografen, als ich in Runde 2 in die Hauptallee einbog,
im Ziel auf die erste Finisher Schnecke warten, hier nun ein Bild aus Runde 1!

Der Läufer hinter mir bekommt nun Unterstützung von einem Zuschauer und so bekomme ich auch ein paar aufbauende Sätze mit. Am besten gefällt mir folgender Dialog: „Na da hast eh an schnellen Hirschen zum anhänga fur dir!“ „Was hast Hirschen, des is a Schnecken, aber ka langsame!“ Ehrlich gesagt kann ich mir einen Grinser jetzt nicht verkneifen und zum Dank hebe ich auch kurz meine Hand – ja so Turbo Schnecken Shirts sind schon eine tolle Sache.


Für Stefan ist nach einer Rund Schluß, Pepi hängt noch eine Zweite dran!

Einwenig später meinte dann der Unterstützer: „Ihr seid mit einem 4er Schnitt unterwegs!“ Dem mußte ich aber widersprechen weil wir kurz davor KM 10 passiert haben und das nach 4:13. Dies teilte ich den beiden hinter mir auch mit, danach hörte ich außer den Schritten nichts mehr von ihnen. So ging es weiter, schon bald war KM 11 erreicht und das in 3:58. Anscheinend hat der hinterm mir mit dem 4er Schnitt doch nicht so unrecht, das behielt ich aber jetzt bei mir.


Andrea Mayr Österreichs schnellste Marathon Dame,
sie ist sicher schneller als mit einen 4er Schnitt unterwegs!

Vielleicht hängt die Tempoerhöhung auch mit einer Läufergruppe vor mir zusammen die mich irgendwie magisch anzieht. Knapp vor der Wende hab ich sie erreicht und beschließe nun mit ihnen weiter zu laufen. Dieses Vorhaben gelingt mir aber nur bis zum Kilometer 12, 4:08, denn dann wird es mir zu langsam und ich überhole die Gruppe. Gleiches tut auch mein Schatten, der hat inzwischen seinen Begleiter verloren und ist wieder auf sich alleine gestellt. Nach 4:07 habe ich den nächsten Kilometer geschafft. Jetzt schließt auch mein Schatten wieder zu mir auf doch statt neben mir weiter zu laufen zieht er an mir vorbei und läuft nun sein eigenes Tempo.


Zum zweiten mal geht es vom Riesenrad zurück zu Start und Ziel!

Versuche erst gar nicht mit ihm mitzuziehen weil ich mir sicher bin das der nach der Runde aufhört, gleiches gilt für einen weiteren Läufer der mich jetzt überholt. Kurz vorm Ende der Runde schließt ein weiterer Läufer zu mir auf und fragt mich ob ich weiter laufe, was ich bejahe. Den letzten Kilometer der zweiten Runde laufe ich in 4:03 und somit ist mir auch klar daß die zweite Runde schneller als die erste war – da freut sich das Ego! Wie erwartet hat mein Ex-Schatten und Co jetzt Schluß gemacht und so geht es ziemlich einsam weiter wenn da nicht der Läufer wäre der mich gefragt hat ob ich weiter laufe. Der läuft nämlich auch weiter und somit habe ich schon wieder einen Laufpartner.


Die letzte Runde hat begonnen und ich wechsle meinen Laufpartner!

Er läuft aber ausschließlich neben mir und im Gegensatz zu den meisten anderen "Schatten" gibt er das Tempo vor. Im Übrigen konnte ich auch diesmal meine Flasche bei der Verpflegungsstelle aufnehmen, nur klappt das jetzt mit dem trinken nicht so toll weil irgendwie bin ich jetzt mehr mit dem Laufen beschäftigt als vorher. KM 15 ist erreicht und mit 4:03 bin ich wieder deutlich unter meiner geplanten Zeit, ehrlich gesagt ist mir das fast einwenig zu schnell aber so leicht will ich mich auch nicht abschütteln lassen.


Knapp nach KM 15,
ich kämpfe mit der Geschwindigkeit und Gabi mit der Kamera (schärfe)!

Den nächsten Kilometer laufen wir in 4:01, mein Puls liegt dabei zwar noch immer unter 160 aber ich muß schon sehr beißen um die Geschwindigkeit halten zu können. Etwas gequält komme ich im Schlepptau meines Mitläufers zur Hauptallee ein letztes mal geht es nun vor zum Riesenrad. Beim Einbiegen in die Hauptallee tut sich ein Loch zwischen meinen Mitläufer und mir auf. Mir fehlt nun die Kraft das Loch zuzulaufen, im Gegenteil es wird langsam aber stetig größer.

     
Das war es dann wohl mit meinen Mitläufer, ich kann sein Tempo nicht mehr halten und somit wird der Abstand zwischen uns immer größer!

Mit 4:09 auf Kilometer 17 bin ich aber noch immer knapp unter meinen Marathontempo und vor 4 Wochen hab ich mich um einiges schlechter gefühlt als jetzt – das nennt man positiv denken! Noch fehlen mir 4,1km bis ins Ziel und auch wenn ich das Tempo vom Läufer vor mir nicht halten konnte so habe ich kein Problem mein eigenes Rennen weiterzulaufen. Mein Puls liegt überraschenderweise noch immer unter 160 und für Kilometer 18 brauche ich „nur“ 4:02!


Ja wenn Zwergi kalt ist packt sie ihre Finger auch schon mal in rosa Handschuhe!

Im Übrigen ist von der Einsamkeit die zum Beginn der Runde verspürte nun nichts mehr zu merken weil ich nun immer mehr Läufer überhole die sich noch in der zweiten Runde befinden – das merkt man irgendwie wenn man an ihnen vorbeiläuft! Beim Riesenrad geht es ein letztes mal um die Wende und mit 4:10 hab ich wieder einen etwas langsameren Kilometer hingelegt. Der Abstand zu meinen ehemaligen Mitläufer hat sich nun so bei 50 m eingependelt und wird auch nicht mehr größer aber leider auch nicht kleiner. Zu allem Überdruß werde ich nun von einem weiteren Läufer überholt dessen Tempo ich ebenfalls nicht mit gehen kann.

     
Außer mir begeben sich auch noch Roland und Gerhard in die dritte Runde!

Zumindest bin ich gleichmäßig weitergelaufen, weil KM 20 absolviere ich in 4:08. Mein Ego würde jetzt gerne am letzten Kilometer gerne noch mal einwenig zu legen deswegen versuche ich das Tempo etwas zu verschärfen. Langsam kommt der Startbogen näher und näher, gleich ist er erreicht und während so mancher 14 km Läufer neben mir ins Ziel „sprintet“ (eigentlich laufen die jetzt genauso schnell wie ich) hab ich noch 100 m vor mir. Auch wenn ich jetzt keinen mehr einholen kann gebe ich noch mal Vollgas und kurz darauf geht es auch schon voll Happy über die Ziellinie!

           
Die vielen euphorischen Gesichter meines heutigen Zieleinlaufes ...


...muß man noch mehr zu diesen Bildern sagen, ich glaub nicht!

Nach einen ersten Bussi von Zwergi gehe ich noch kurz auslaufen bevor ich mich zum Auto begebe um mich umzuziehen, am Weg dorthin kommt mir Pepi entgegen der heute nach 14 km aufgehört hat. Nachdem umziehen begeben wir uns wieder zu unserer Fangemeinde und warten auf die Zielankunft der fehlenden zwei Turbo Schnecken.

     
Jetzt heißt es sich rasch umzuziehen und zurück zum Ziel zu eilen ...


... wo unsere Fangemeinde schon auf die nächste Finisher Schnecke wartet!

Zuerst kommt Roland, der konnte auch heute sein geplantes Marathontempo unterbieten. Bald danach kommt auch schon Gerhard der auch heute wieder 1:45 knapp nicht unterbieten konnte – würde er aber gerne! Bin mir aber ziemlich sicher daß ihm das in den nächsten Wochen noch gelingen wird, da stehen ja noch einige Halbmarathons am Programm.

     
Allzu lange brauchen wir aber nicht auf sie warten!

Gleichzeitig mit Gerhards Zieleinlauf fängt es auch zu regnen an, daher fällt das Gequatsche nach dem Lauf etwas kürzer aus vor allem auch weil wir ja zu einem gemeinsamen Frühstück bei Gabi eingeladen sind!

     
Im Schutze des Schirmes wird noch einwenig gequasselt bevor wir uns auf dem Weg zu Gabi machen, HUNGER!


Der Großteil von den heutigen Finisher Schnecken!

Nun noch ein paar Fakten zu meinem heutigen Lauf:

Nettolaufzeit: 1:26:56

min/km: 4:07

 

Runde 1

Runde 2

Runde 3

97 Meter

Zeit

0:29:09

0:28:49

0:28:38

0:00:19

min/km

4:10

4:07

4:05

3:16

Puls O

153

155

156

158


Bin mit dem heutigen Lauf mehr als zufrieden, hätte im Vorfeld niemals geglaubt diese Zeit und vor allem mit diesen Pulswerten laufen zu können und was ich noch positiv finde ist das ich jede Runde schneller laufen konnte. Für mein Vorhaben den Vienna City Marathon unter 3 Stunden zu laufen wird das aber wahrscheinlich nicht ganz reichen somit heißt es nach der anstehenden Regenerationswoche hart weiter zu trainieren!

Bild des Tages!

 

Zurück zu Läufe 2012

Ich bedanke mich bei kostenlose counter Besuchern auf meiner Homepage