Beim 3. VCM-Vorbereitungslauf gibt es dank eines 28 m Rennes auch heuer wieder die Möglichkeit für einen etwas genaueren Marathontest. Werde dabei nicht nur meine Form testen sondern auch gleich ein paar nützliche Sachen für den Marathon üben bzw. probieren. Der erste Test findet dazu schon am Vortag statt und zwar mache ich auch heuer wieder für alle Marathonstarter (zumindest für die, die was kommen wollen!)  ein kleines Pastaessen.

     
Der Tisch ist Gedeckt die Appetithäppchen sind angerichtet jetzt fehlen nur noch die Gäste und wie die da waren hat keiner mehr an Fotos gedacht!

Mir und ich hoffe auch den anderen hat es gut geschmeckt und die Lehre was ich daraus ziehe ist die, daß ich nächstes mal nicht wie der böse reinschaufel. Hatte ich am Samstag in der früh noch 62,8kg so waren es 24 Stunden später ein Kilo mehr, dazu kam auch noch dieses Völlegefühl welches auch trotz mehrmaligen Toilettenbesuchs nicht ganz verschwand. Kurz bevor wir uns auf den Weg in den Prater machen schreib ich mir noch rasch meine 5 km Durchgangszeiten auf die Hand, das hab ich beim Marathon ja auch vor weil da sehe ich dann gleich wie ich zeitmäßig im Rennen liege.


   ich         Roland         Pepi         Gerhard         Stefan
Die heutigen Turbo Schnecken
Starter und alle wollen sie die 28 km meistern!
Alle? Ja alle den auch Stefan der bis jetzt nur bei den Läufen gelaufen ist, sich aber für den
Marathon angemeldet hat, probiert, nach "gutem zureden" von Roland ob er diese Distanz schafft!
Wenn ja, startet er vielleicht ja doch noch beim Marathon!

Um dreiviertel 9 fahren wir schließlich los und ich muß ehrlich gestehen: Ich bin heute etwas nervös, hab doch etwas Bammel das es heute nicht ganz so klappt wie erhofft. Bin froh als wir uns beim Stadion einparken denn die Begrüßung der anderen Turbo Schnecken lenkt etwas ab und so mache ich mir auch nicht mehr allzu viele Gedanken über den heutigen Lauf.


Unsere Turbo Schnecken Fan/Fotografen!

Wettermäßig haben wir auch heute wieder Glück, denn hatte es in der Nacht noch geregnet so ist es jetzt zwar noch immer bewölkt aber zumindest trocken und mit 8,5° haben wir auch eine recht angenehme Lauftemperatur.


Auch wenn Winter drauf steht, ist von ihm nicht viel zu merken!

     
Na gut, beim rum stehen ist es vielleicht doch noch etwas frisch!

Schon bald machen wir uns Laufbereit und merke ich meinen nächsten Fehler in der Vorbereitung zum Lauf. Hab mir nämlich die Durchgangszeiten auf die linke Hand geschrieben und jetzt beim Pulsuhr anlegen sehe ich das ich damit die Schrift verdecke – ist aber nicht so schlimm weil die Uhr sitzt eh locker und da kann man sie verschieben und sieht dann das geschriebene. Gehen uns nun Einlaufen und am Rückweg suche ich dann noch ein WC auf was aber mein Völlegefühl auch nicht ganz vertreibt.

     
Die Turbo Schnecken gehen sich einlaufen ...                                                    ... mancher kommt davon schon erledigt zurück!

Wieder zurück können wir dank einer angekündigten Startverschiebung von 10 Minuten in aller Ruhe unsere Eigenverpflegung auf den Tischen positionieren und hoffen daß sie dort auch stehen bleiben. Nun heißt es sich fertig machen und in den Startbereich zu begeben.


Zwergi kontrolliert unser Eigenverpflegung!

     
    Stefan der Hot Dog Klauer, er kann es halt nicht lassen!                                Es wird ernst, die Turbo Schnecken begeben sich zum Start!

Eigentlich hätte ich noch mit einer weiteren Verzögerung gerechnet, dem ist aber nicht so und kaum haben wir abgeklatscht fällt auch schon der Startschuß. Roland treibt mich jetzt nach vorne weil nachdem ich darüber gewitzelt habe das er immer als erster abzischt weigert er sich heute vor mir zu starten. Kurz darauf habe ich die Startlinie auch schon erreicht und laufe los.


Nachdem mir Roland heut den Vortritt läst lache ich als erster in die Kamera!

Versuche gleich mein Marathontempo von 4:15 zu laufen was mir aber am ersten Kilometer mit 4:29 nicht ganz gelingt, das wird es aber beim Marathon auch nicht spielen. Dafür bin ich jetzt von meinen Puls angetan weil die Uhr zeigt mir nur 144 an und das wäre schon überraschend nieder. Trotz leichten Gegenwindes ab der Abzweigung zur Heustadelwasserrunde erhöhe ich das Tempo was auch meinen Puls in die Höhe treibt. Hab jetzt Spitzenwerte von 156 Schlägen, das ist schon eher das was ich erwartet habe, hoffe nur das ich auch wirklich schneller geworden bin.

     
Die Turbo Schnecken sind vorbei und schon wandern unser Fans weiter wobei sie jetzt den leeren Startblock bewundern können!

 Bei KM 2 erfüllt sich mit 4:09 dieser Wunsch und so geht es in den Tempo weiter, der Durchschnittspuls liegt übrigens bei 151 also nicht so schlecht. Muß jetzt aber ehrlich gestehen daß ich an anderen Tagen bei diesen Tempo gefühlsmäßig schon lockerer unterwegs war, irgendwie liegt mir noch das gestrige Pastaessen im Magen – sprich ich hab noch immer dieses Völlegefühl. Gut 200 m vor der Hauptallee kommen mir mit Lisi, Brigitte und Michi die ersten Fan/Fotografen entgegen.


Richtig einsam und verlassen komme ich daher ...

     
...zumindest im Vergleich zu den anderen Turbo Schnecken!

Bin ich schon gespannt was Zwergi heute macht, weil der hab ich auch einen kleinen Marathon Test verpaßt. Hab ihr nämlich einen kleinen Plan gezeichnet und dazu geschrieben wo sie mich in jeder Runde fotografieren soll. Runde 1 hab ich ihr zur freien Auswahl gelassen, bin daher schon gespannt ob ich sie sehe. Dank ihrer schönen grellen orangene Turbo Schnecken Jacke hab ich sie und Denis beim einbiegen in die Hauptallee rasch entdeckt und so geht es weiter zum Riesenrad vor.


Ich und im Hintergrund das Heustadelwasser!

KM 3 ist nach 4:14 erreicht, der Pulsdurchschnitt ist trotz langsamerer Kilometerzeit auf 154 gestiegen was sicher nicht nur mit dem leichten Gegenwind zusammenhängt. Irgendwie läuft es sich heute nicht so wie sonst auch wenn die Zeiten passen und ich es auch recht locker laufe fällt es heute doch recht schwer – klingt komisch, ist aber so! Für KM 4 brauche ich 4:08 und was positiv ist der Puls ist auf 152 gesunken, das freut das Läuferherz. Vor mir taucht jetzt Gabi auf und schönlangsam komme ich ihr näher, kann mir jetzt einen innerlichen Grinser nicht verkneifen, denn ihr erster Fotopunkt wäre bei der Wende gewesen und mich freuts das ich trotz der Heustadelwasser Runde vor ihr dort bin, zwar knapp aber doch. Gabi hat aber vorher schon gesagt sie weiß nicht ob sie es rechtzeitig schafft.

     
Die Wende, für mich hat es nicht gereicht aber für die anderen Turbo Schnecken schon ...


... wobei die schönste Kurvenlage hatte wohl Roland!

So geht es also ohne Gabi durch die Wende und wieder zurück. Vor mir taucht nun die KM 5 Tafel auf das heißt einen Blick auf meine Hand zu werfen und die 5 km Durchgangszeit ablesen die da wäre 21:15. Bei der Tafel angekommen zeigt mir meine Uhr genau diese Zeit an, was will man mehr besser geht es ja nicht, übrigens brauchte ich für den Kilometer zwar wieder 4:14 dafür ist aber der Puls weiter gesunken nämlich auf 150 und das ist auch nicht schlecht.


Kilometer 5 ist erreicht und was zeigt die Uhr!

Am Weg zurück kommen mir nun auch alle Turbo Schnecken entgegen und wie nicht anders erwartet schauen auch alle noch gut aus. Würde mich interessieren ob es ihnen sowie mir geht, zum Völlegefühl kommt jetzt auch noch Sodbrennen dazu auf das könnte ich jetzt gerne Verzichten und irgendwie tauchen in mir jetzt schon leichte Gedanken auf ob ich das Rennen heute nicht früher beenden soll – wäre ja bei einem VCM-Lauf kein Problem! In der ersten Runde kommt das aber sicher noch nicht in frage und so geht es unvermindert weiter. Seit der Wende haben wir ja keinen Gegenwind mehr was sich bei KM 6 mit 4:11 bemerkbar macht, aber noch besser ist mein Puls weil der liegt bei 148 – jööö, er ist wieder gesunken!


Auf Kolissionskurs mit der Fotografin!

Es geht unvermindert weiter und je näher KM 7, sprich Start/Ziel kommt umso mehr bereite ich mich mental auf die Flaschenaufnahme bei den knapp dahinterliegenden Verpflegungstischen vor. Der Start/Zielbogen kommt näher, leg nun einen kurzen Zwischensprint hin um mich in eine bessere Ausgangslage für die Verpflegung zu bringen. Muß ja nicht unmittelbar hinter drei anderen Läufern ankommen, wer weiß was die dann machen. So komme ich als erster zum Tisch und kann mir im vorbeilaufen meine Flasche ohne Probleme schnappen. Trink jetzt im Laufen immer wieder ein paar Schluck und komme so rasch zur KM 8 Tafel (eigentlich ist es ja wieder die KM 1 Tafel weil die Kilometer der Runden zuvor muß man selbst dazuzählen!).


Unsere zwei Plauder Schnecken!

Beim Durchlaufen der Kilometertafel zeigt mir meine Polar 8:25 (Puls 148) was aber keinen läuferischen Einbruch bedeute sondern, aufmerksamen Lesern ist es sicher aufgefallen, das ich dank des Sprints bei Start/Ziel auf die Zwischenzeit vergessen habe. Mit 8:25 auf 2 Kilometern liege ich aber auch 5 Sekunden unter meinem Marathonschnitt. Es folgt die Heustadelwasserrunde und somit kommt auch wieder der Gegenwind aber wie gesagt nur ganz leicht. Hier befindet sich Kilometer 9 und mit 4:16 hab ich das Tempo fast wieder richtig erwischt, der Puls liegt mit 149 auch besser als zu Beginn erwartet.

     
In den weiten der Praterauen!

Da nach 9 bekanntlich 10 kommt bekomme ich bald den nächsten Überblick wie ich im Rennen liege. Ein Blick auf die Hand zeigt mir daß ich für die ersten 10 km 42 Minuten und 30 Sekunden brauchen dürfte. Kurz nach der Abzeigung in die Hauptallee hinein befindet sich auch schon die KM 10 Tafel und mit 42:32 liege ich nur knapp darüber. Das lag sicher auch daran daß ich für den Kilometer 4:24 gebraucht habe und das mit 148 Puls. Es geht also vor zum Riesenrad und am halben Weg dorthin steht auch Zwergi um mir mein erstes Wunschfoto machen.


Mein Wunschfoto bei der Liliputbahnstation ...

     
... wo schon alles für das große Draisinenrennen hergerichtet wird!

Nach 4:17 erreiche ich KM 4 und der Puls ist auf 146 gesunken – ich nehme es nun gleich vorweg es war mein niedrigster Durchschnittspuls heute. Die Freude darüber hält sich aber in Grenzen, den hatte ich bis jetzt nur Sodbrennen so stößt es mir nun die Magensäure in den Mund und die wieder runterzuschlucken ist wahrlich nicht angenehm. Da sind sie nun wieder die Gedanken ans aufhören aber noch geht es weiter. Hab übrigens seit wir in die Hauptallee eingebogen sind wieder einen Mitläufer aber im Gegensatz zu meinen sonstigen Begleitern kam der von hinten angelaufen und lief an mir vorbei setzte sich ein paar Meter ab wurde langsamer bis ich bei ihm war. Dann setzte er sich ein paar Meter ab und wurde langsamer …. Ja und so geht das die ganze Zeit die Hauptallee vor – komisch, ist aber so!


Ich hab einen Mitläufer, aber einen komischen!

Bin richtig froh das er kurz vor der Wende wieder Gas gibt den Gabi hat auf mich bei der Wende gewartet und so muß ich nicht darauf achten von ihm verdeckt zu werden. Es folgen KM 12 und 13, mit 4:18 (148 Puls) und 4:14 (146) bin ich noch immer voll im Plan unterwegs, nur das Völlegefühl will nicht verschwinden.

     
Es geht in die Wende rein ...                                                                            ... und auch schon wieder raus!

Treffe auf halben Weg mein Zwergi und als ich an ihr vorbei bin fange ich an zu Grübeln. Irgendwie hab ich ihr da einen Blödsinn auf den Zettel geschrieben, der ganze Ablauf wo und wann sie stehen soll ergibt nun plötzlich keinen Sinn. Versuche meine Gedanken zu ordnen und den eigentlichen Plan wieder herzustellen aber ich kann es drehen und wenden wie ich will, sowie ich mir das gedacht habe geht sich das nicht aus. So nebenbei sause ich durch Start/Ziel und nehme mir ohne Schwierigkeiten meine zweite Flasche. Nach ein paar Schluck ist mir klar daß sich das nicht mehr so ausgeht wie ich mir das vorgestellt habe, denn eigentlich hätte Zwergi jetzt schon das Bild von der Flaschen Aufnahme machen sollen. Da mir das Bild in der vierten Runde aber wichtiger ist muß ich ihr das mitteilen aber wie?


Turbo Schnecken reffen in der Praterhauptallee!

So im Gedanken versunken komme ich zur nächsten Kilometer Tafel und zwar die wo 1 oben steht. Drücke also die Zwischenzeit Taste und siehe da, mit 8:30 hab ich wohl wieder vergessen bei Start/Ziel abzudrücken. Mit 8:30 hab ich aber die letzten 2 km punktgenau erwischt und mit 147 puls bin ich auch voll super unterwegs. Während ich mir nun Gedanken mache wie ich es Zwergi sagen könnte, bin mir nicht sicher ob sie vorne in der Hauptallee noch mal auf mich wartet, fällt mir ein das ja eigentlich bald die 15 km Durchgangszeit fällig wäre.


Selber Ort, gleiches Ereignis nur andere Turbo Schnecken!

Also wann, bei der 2 Tafel oder bei der mit dem 3er drauf? Sche.., wie war das in der ersten Runde bei 5, dann in der zweiten bei 3 und in der vierten bei …? Ich weiß es nicht, schau mal auf die Hand und vergleich es mit der Uhr dann weist ja ob bei der Tafel oder der nächsten. Also rasch einen Blick auf die Hand und Sche…, man kann es nicht mehr lesen denn durch die rutschende Uhr und dem Schweiß ist alles verschmiert. Was soll es zumindest kann man noch die 10er Durchgangszeiten lesen und KM 20 ist einfach zu rechnen weil drei Runden sind ein Halbmarathon und der hat 21,1 km, also muß ich nur einen Kilometer wegnehmen und das wäre dann die Kilometertafel 6. (P. Anm.: Keine Ahnung was ich da für ein Black out gehabt habe, schlimm es war aber so!)


Er weiß sicher wo er ist, nämlich im Halbmarathonziel!

Und so kam ich zur nächsten Kilometertafel und zwar der mit der 2 drauf, heute weiß ich auch daß es sich dabei um KM 16 handelt. Mit 4:17 und 149 Puls bin ich noch immer gut unterwegs und es geht recht locker weiter zur Hauptallee. Dort abgebogen fällt mir gleich mal ein Stein vom Herzen denn schon von weiten sehe ich Zwergi. Laufe direkt auf sie zu und als sie mich anfeuern will deute ich ihr sie soll ruhig sein. Im vorbei laufen sage ich ihr das sie den nächsten Fotopunkt streichen soll und gleich weiter zu 1er Tafel gehen soll. Durch ein „Mach ich!“ weiß ich daß sie mich verstanden hat und so geht es beruhigter weiter. Im übrigen nicht böse sein Zwergi daß ich dich abgewürgt habe, hatte nur Angst das du mich sonst nicht verstehst als feuere mich in Zukunft bitte schön brav weiter an, Danke! Bussi!

     
Ich bin Mitteilungsbedürftig, warum aber auch!

Jetzt aber weiter zum Lauf, es folgt KM 17 und mit 4:23 (149) ist es ein sehr langsamer. Lege nun einen „Zahn“ zu und weiter geht es. Beim Kilometerschild 18 (sprich 4) wartet schon Gabi mit ihrer Kamera auf mich. Will schon nach links ausscheren und unter der Tafel auf sie zulaufen als mir einfällt das sie vorm Start gesagt: „Wenn ihr mich wo stehen seht lauft nicht direkt auf mich zu!“ Rasch drehe ich wieder zur Mitte ab dann kann sie nachher auch nicht mit mir schimpfen.

     
Ja nicht zu nah am Schild sonst gibt's was...                                               ... da hat wohl noch wer Bammel vor Schimpfer!

Mit ruhigen Gewissen geht es weiter zur Wende und mit Rücken wind auch schon wieder zurück. So mancher Läufer um mich wird nun schneller, ich lasse sie aber ziehen weil ich mir denke die hören jetzt wahrscheinlich beim Halbmarathon auf und ich will ja noch ein paar Kilometer mehr laufen. Vor mir sehe ich nun schon die KM 6 Tafel. Es wird Zeit auf die Hand zu schauen, 1:25:00 wäre meine Durchgangszeit und mit 1:24:57 liege ich sogar 3 Sekunden darunter! Super.


Inzwischen eilt Zwergi mit Denise zu ihren nächsten Fotostop!

Drück noch schnell die Zwischenzeittaste und mit 12:22 kann ich mir jetzt ausrechnen wie schnell ich die letzten 3 km unterwegs wahr weil anscheinend hab ich die vergessen abzudrücken – ups, ist mir gar nicht aufgefallen. Egal, 12:22 auf 3 km ergibt etwas über 4:07, das heißt ich war ganz schön flott unterwegs und da verkrafte ich auch die 152 Puls.

     
Eigenverpflegungsaufnahme al a Pepi!

     
Die ist vielleicht noch etwas Verbesserungswürdig!?

Total Happy darüber geht es weiter und als ich zum dritten mal den Start/Zielbogen durchlaufe denke ich auch an meine Uhr und drücke ab, mit 4:09 und 150 Puls bin ich noch immer voll gut unterwegs. Ohne Schwierigkeiten kann ich bei den Verpflegungstischen meine dritte und letzte Flasche aufnehmen.

     
Schau Pepi so wird es gemacht: Anlaufen ...                                                    ... Hand Richtung Verpflegungstisch ausfahren ...

Bei der Flasche befindet sich nun auch ein Gel Sackerl. Hab mir die Flasche genauso wie beim Marathon hergerichtet und bis zum Marathon sollte ich mir da noch was einfallen lassen. Zwar sind meine Finger nicht kalt aber doch etwas steif und so bekomme ich das Kreppband mit dem ich den Becher an der Flasche festgemacht habe nicht auf. (P. Anm.: Brauche den Becher nicht zum trinken darin ist aber das Gel versteckt!) Ziehen, reißen, knicken nichts hilft der Becher geht nicht runter.

       
... zugreifen ...                                                          ... festhalten ...                                                          ... weiterlaufen, ...

Zum Glück hab ich Zähne, mit denen gelingt es mir das Band einzureißen und schon ist der Becher herunten. Die nächste Verbesserungsstelle für den Marathon ist also gefunden. Daß mir nun das Gel zu Boden fällt und ich ein paar Schritte zurück muß um es aufzuheben würde ich nicht als Fehlerquelle einstufen sonder als patschert – bin mir aber jetzt nicht sicher ob es beim Marathon gut wäre ein paar Schritte gegen die Laufrichtung zu machen und dann auch noch was aufheben!? Jetzt ging es aber gut und schon geht es weiter. Das Gel Sackerl ist rasch offen und auch gleich mit Wasser runtergespült.


... siehst, ist ja nicht so schwer und das mit dem Becher gehen wir durch wenn auch ich es kann!

Vor mir tauchen nun zwei bekannte T-Shirts auf, wer jetzt glaubt es handelt sich dabei um Zwergi oder andere Fans der irrt. Es sind nämlich die Shirts von Pepi und Stefan die ich nun gleich überrunden werde. Sie sind übrigens nicht die ersten und auch nicht die letzten Läufer die ich heute überrunde, aber keine haben so schöne T-Shirts, Grinnns! Es nähert sich KM 22 oder besser gesagt die Kilometertafel 1 und der Kilometer ist nun was Besonderes. Mit der Durchlaufung der Tafel habe ich nämlich den 1.000ten Kilometer in meiner diesjährigen Vorbereitung auf den Vienna City Marathon gemeistert!


Seit 01. Jänner bin ich in 49 Trainingseinheiten 96 Stunden 11 Minuten und 11 Sekunden
oder eben auch 1.000 km gelaufen!
Dank meiner Zauberhände konnte ich auch die Nullen auf dem Bild erscheinen lassen!

Fühle mich noch ur gut und so geht es nun voller Euphorie weiter, keine Spur mehr von dem anfänglichen Völlegefühl und auch das Sodbrennen ist verschwunden oder habe ich es durch das viele Grübeln in der vorigen Runde nur verdrängt? Wurst, Hauptsache jetzt paßt es und so geht es recht flott ums Heustadelwasser und bei KM 24 denke ich auch mal wieder an die Zwischenzeit. Mit 12:23, ja hab schon wieder 3 km lang vergessen abzudrücken, bin ich noch immer spitze unterwegs auch wenn der Puls bei 155 liegt.


Ein viertes und letztes mal geht es zum Riesenrad vor und da überrunde ich auch so manchen Halbmarathonläufer!

Bin mir bewußt daß als nächster KM 25 kommt da ich die aufgeschrieben Zeit aber nicht mehr lesen kann mache ich nun auch keinen Vergleich mit 4:05 (154) bin ich aber gut unterwegs. Es geht vor zum Riesenrad um die Wende herum und zurück zum Happel Stadion. Alles läuft Prima und so manch anderer Läufer den ich nun Überrunde hört sich schon ziemlich erledigt an, da macht es gleich noch mehr Spaß weil ich fühle mich noch immer voll gut. So geht es die Kilometer 26, 27, 28 in 4:16 (152), 4:09 (150) und 4:10 (148!!!) dahin. Das offizielle Rennen hab ich somit beendet, hänge aber jetzt noch 3 weitere Kilometer an um über 30 km zu kommen weil da fängt ja bekanntlich erst der Marathon an.


Fast 2 Stunden bzw. 28 Kilometer und noch immer nicht genug!

Da ich mich nun noch so gut fühle bin ich voll in der Marathoneuphorie und so geht auch der 29te Kilometer in lockeren 4:06 (151) vorbei. Ein letztes mal biege ich zum Heustadelwasser ein, noch immer bläst mir leicht der Wind entgegen. Das ist vielleicht auch ein Grund warum ich für KM 30 „nur“ 4:11 (151) gebraucht habe. Natürlich fehlte vor der Zwischenzeitnahme nicht der Blick auf die Uhr und das gesehen läßt meine Euphorie gleich noch mehr steigen denn mit 2:06:30 war ich exakt 1 Minute schneller als geplant, Ja, Ja, Ja, Jaaaaa!!! Auch wenn ich nun merke daß ich schon ein paar Kilometer in den Beinen habe läuft es sich noch immer ur gut und so biege ich noch einmal in die Hauptallee ein wo ich auch schon KM 31 sehe – dort ist dann Schluß für mich, zumindest für heute!


Auf mich (rechts im Bild) warten noch ein paar Meter, auf Pepi und Stefan (links i. B.) 7 km!

Hab nun sogar noch die Kraft für einen kurzen Zielsprint und schon ist es auch vorbei. Da ich zuerst meinen Zwergi ein Bussi gebe und erst dann die Uhr abdrücke hab ich keine genaue Zeit für den letzten Kilometer, was mir aber total egal ist weil viel wichtiger ist:

MIR GEHT’S UR GUT UND ICH HÄTTE LOCKER NOCH SO WEITERLAUFEN KÖNNEN!!!


Ja es ist geschafft und zumindest mit heute kann ich zufrieden sein!


Dank unserer Turbo Schneckenfotografen gibt es meinen Zieleinlauf auch rückwärts gesehen!

Nach einen kurzen plausch kommt auch schon Roland angelaufen den ich gleich ins Ziel begleite. Schon am Weg zum Ziel bekomme ich mit das es ihm um nichts schlechter geht als mir und so läßt er auch noch einen kurzen aber sehr flotten Zielsprint folgen.

     
Unterstützung für ...                                                                                                   ... den Zielsprint!

Holen uns jetzt was zum trinken bevor wir uns auch schon zu den Autos begeben um trockene Kleidung anzulegen, währenddessen gibt es natürlich ausführliche Schilderungen vom heutigen Lauferlebnis. Am Rückweg sehen wir von der ferne noch wie Gerhard ins Ziel läuft also muß auch bei ihm alles recht gut gelaufen sein weil sonst wäre er nicht schon da.

     
Mit Gerhard kommt die nächste Turbo Schnecke ins Ziel!

Mit Pepi und Stefan fehlen jetzt noch die letzten zwei Turbo Schnecken Starter von heute und ich muß ehrlich gestehen daß ich nicht geglaubt habe daß Stefan eine vierte Runde läuft. Zwar reißt er auf den letzten 2 Kilometer noch einen gehörigen Rückstand auf Pepi auf, dem erging es heute übrigens auch ganz toll, für einen gewaltigen Zielsprint hatte Stefan aber doch noch genügend Kraft.

                                   
Pepi          Lange Zeit gemeinsam gelaufen ins Ziel kommen sie aber einzeln ...          Stefan


... und das bevor sie das Ziel ganz abbauen!

Im Ziel ist nun jede Turbo Schnecke glücklich über seine heutige Leistung und somit können wir auch ein gemeinsames Frühstück bei Roland genießen.


Lauter zufriedene und glückliche Finisher Schnecken!

Nun noch ein paar Fakten zu meinem heutigen Lauf:

Nettolaufzeit: 1:58:11

min/km: 4:13

 

Runde 1

Runde 2

Runde 3

Runde 4

Zeit

0:29:36

0:30:00

0:29:28

0:29:05

min/km

4:14

4:17

4:13

4:09

Puls O

149

148

150

153

 

Meine anfängliche Befürchtung das es heute nicht so Läuft wie gedacht stellten sich als völlig grundlos heraus. Dank meiner Fehlplanung von Zwergis Fotostationen und dem späteren Kauderwelsch mit meiner Kilometerberechnung hab ich zum Glück auch dieses Völlegefühl total verdrängt und so war es ein perfekter Lauf aus dem ich auch so manche Lehre ziehen konnte - warum ist nicht schon Marathon.

Ps.: Wäre schön wenn Stefan vielleicht doch noch in den nächsten Wochen einwenig laufen würde weil dann könnte er sicher mit Pepi gemeinsam den Marathon bewältigen. Ja und Roland, da ich noch immer finde das du Stefan beim Pasta essen die 28 km aufs Auge gedrückt hast so muß ich im nachhinein sagen daß dem gut so war weil sonst hätte Stefan nicht gesehen wozu er im Stande ist und hätte nach 14 km aufgehört, also Danke!

 

Bild des Tages!

 

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