Der 3. und zugleich auch der letzte Eisbärlauf steht am Programm. So manche Turbo Schnecke stellt dabei lieber einen Vertretungsläufer statt sich selbst das herbeigesehnte Eisbär T-Shirt zu verdienen, nur mein Zwergi, Manuela, Roland, Gerhard, Pepi und ich sind bei jedem Eisbärlauf am Start gestanden.


stehen v.l.n.r.: Pepi, Manuela, Michi, Wolfgang; Michelle, Roland, Gerry, Gerhard, Stefan
hockend: Zwergi und ich

Bei strahlenden Sonnenschein und 14 plus Grädern machen wir uns um dreiviertel neun auf den Weg in den Prater, Dank der Sommerzeitumstellung heute Nacht war es ja eigentlich erst dreiviertel acht. Da sich jeder brav seinen Wecker gestellt hatte und wir vorsorglich auch einen Telefonischenrundruf durchgeführt haben ob auch jeder wach ist, kommen alle Turbo Schnecken pünktlich zum Treffpunkt beim Stadion Bad Parkplatz.


Die heutige Fangemeinde!

Wie immer gibt es danach denselben Ablauf: Begrüßung, Starnummerverteilung, Toilettenbesuch und irgendwann geht sich ein Teil von den Turbo Schnecken einlaufen. Wieder zurück geht es dann geschlossen zum Startbereich wo wir jetzt noch etwas Zeit haben bevor es losgeht.

     
In kürze geht es endlich los und ...                                                                       ... Zwergi kann es kaum noch erwarten!

Knapp nach 10 ist es aber soweit und der Startschuß fällt, schönlangsam geht es zur Startlinie und als wir sie erreichen geht es auch schon los. Gehe es heute mal eine spur langsamer an als sonst, will mich nicht gleich verausgaben.


7 Turbo Schnecken auf einen Laufbild, das gibt es nicht oft und dabei handelt es sich nicht um eine Fotomontage!

Als ich an unseren Fotografen vorbei bin mache ich aber ernst und gebe Gas. Vorgenommen hätte ich mir das ich mit ca. 160 Puls laufe und schaue was dabei für eine Zeit rauskommt, wobei ich jetzt keinen Hehl daraus machen möchte das ich insgeheim mit einer neuen persönlichen Bestzeit spekuliere. Der Puls pendelt sich jetzt so bei 150 ein, ist zwar etwas weniger als geplant will aber mal schauen wie lange ich für den ersten Kilometer brauch. Mit 4:08 bin ich dann schneller als geglaubt bei der KM 1 Tafel und wenn ich daran denke das ich zu Beginn ja die eine oder andere Sekunde liegen lasse hab ist das schon Okay.

           
Und solche Bilder gibt es auch nicht allzu oft, Zwergi und ich gemeinsam bei einen Lauf, daher gleich in dreifacher Ausfertigung!

Bei der Abzweigung zur Heustadelwasserrunde merkt man gleich daß es auf dem Weg zum Riesenrad vor heute wohl etwas anstrengender werden wird weil uns nun ein kleines aber nicht sehr feines Lüfterl entgegen bläst. Auch wenn es nicht sehr stark ist steigt mein Puls gleich mal auf 159 dafür habe ich bei der KM 2 Tafel mit 3:57 die Bestätigung das ich das richtige Tempo habe um einen neuen Rekord zu laufen und so geht es weiter recht flott dahin.


Gut gelaunt in der ersten Runde!

           
Auch die anderen Turbo Schnecken sind voll gut drauf unterwegs!

Mit 3:54, 3:54 und 3:55 sind auch die Kilometer 3, 4 und 5 recht gleichmäßig und auch der Puls liegt mit 163, 163 und 162 ungefähr dort wo ich mir es gedacht habe. Ab der Wende beim Riesenrad haben wir zwar jetzt keinen Gegenwind mehr dafür spürt man aber die Sonne umso mehr, was auch nicht so angenehm ist weil die Thermometer  jetzt schon kräftig bei den 20° anklopft. Vom Tempo her kann ich minimal zulegen was sich bei KM 6 & 7 mit 3:53 und 3:50 (162 & 164 Puls) niederschlägt.


Bei solch einer Begeisterung ist es kaum vorstellbar das Zwergi nur schwer zu einen Lauf zu überreden ist!

Kurz vor KM 7 (Start/Ziel) liegt auch die Verpflegungsstelle und wie meistens kann ich meine mitgebrachte Flasche ohne Schwierigkeiten aufnehmen. Die erste Runde ist also geschafft und mit 27:40 bin ich voll auf Rekordkurs. Nachdem ich ja vor 14 Tagen beim entpacken der Flasche Probleme hatte habe ich mir für heute eine andere klebeweise des Bechers einfallen lassen und mit der klappt das gleich viel besser als damals – wieder eine Sorge weniger für den Marathon.

     
Während Ginger und Maria den sonnigen Frühlingstag genießen ist für mich ein Einkehrschwung kein Thema ...

           
... und auch die anderen Turbo Schnecken Teilnehmer kämpfen tapfer gegen die Sonne an!

Weiter geht es und ich muß ehrlich gestehen es läuft sich alles andere als leicht. Bau mich nun an einen Läufer vor mir auf der nun immer näher kommt, noch vor Kilometer 8 bin ich in seinem „Windschatten“ und ich überlege mir ernsthaft ob ich in dem Tempo weiterlaufen soll. Da dies aber nicht meine Art ist schere ich links aus und kurz darauf sind wir auch schon gleichauf unterwegs. KM 8 ist nach 3:51 geschafft der Puls ist zwar schon auf 165 gestiegen aber da ich doch gerne eine Bestzeit laufen will ist das schon Okay.


Abklatschende Zuschauermassen, ist ja fast schon wie beim Marathon!

Bei der Abzweigung zur Heustadelwasserrunde fällt nun mein Mitläufer zurück. Ja der wird halt mit dem Wind seine liebe Müh und Not haben, wobei ich das gut verstehen kann. Es kommt die KM 9 Tafel und mit 3:58, 165, bin ich zwar etwas langsamer geworden aber mit allen Kilometerzeiten die unter 4 Minuten liegen bin ich weiter auf Rekordkurs. Außer der KM 9 Tafel kommt übrigens auch wieder mein Mitläufer und so geht es nun wieder Seite an Seite weiter. Aber nicht lange, denn ich kämpfe immer mehr um mit ihm Schritt zu halten und wie wir zur Hauptallee zurückkommen muß ich auch schon abreißen lassen.


Total konzentriert, da kann man schon mal die Fotografin übersehen ...

           
... da sind die anderen Turbo Schnecken schon etwas aufmerksamer als ich!

Sowie es ausschaut bin aber nicht ich langsamer geworden sondern er schneller weil für KM 10 brauch ich 3:56, 165 Puls. Da kann ich ja beruhigt weiterlaufen wobei es immer mühseliger wird und das liegt nicht nur am Gegenwind. Mein ehemaliger Mitläufer läuft nun ca. 20 m vor mir und ich kann den Abstand halten was ich positiv finde. Weniger Positiv finde ich daß ich für KM 11 4:06, 163, brauche, da sollte ich einwenig zulegen. Endlich ist die Wende erreicht und jetzt fällt wenigstens der Gegenwind weg, bei der kurz darauf folgenden KM 12 Tafel bin ich mit 3:57, 163, schon wieder auf Rekordkurs. Das ändert sich auch am nächsten Kilometer nicht den ich mit 3:59, 162 Puls, laufe.


Während ich meine zweite Runde drehe ...

Besonders motiviert haben mich auf diesen zwei Kilometern Wolfgang und Manuela die ich doch glatt überrunden konnte - ja ganz tief drinnen freut sich das Ego schon sehr! Dafür bekomme ich nun Seitenstechen und das nicht einmal schwach. Versuche nun bewußter ein und aus zu atmen aber es wird nicht wirklich besser, würde nun am liebsten stehen bleiben aber noch kämpfe ich um meine Rekordzeit. Dem ist auch gut so denn so plötzlich und unerwartet das Seitenstechen kam so rasch verschwand es auch wieder.

           
... kommen die ersten 7 km Turbo Schnecken ins Ziel!

     
Zwergi ist glücklich und stolz zugleich!

Komme nun zum zweiten mal zur Verpflegungsstation und schon von weiten sehe ich daß das diesmal nicht so unproblematisch ablaufen wir wie sonst. Denn vor den Eigenverpflegungstischen hat sich ein Mann aufgepflanzt der genüßlich einen Becher nach den anderen trinkt. Als ich hinkomme steht der wie erwartet noch immer da, strecke meine Hand aus, stupse ihn leicht zur Seite und greife mir meine Flasche. Dann schlage ich einen Haken nach rechts und schon bin ich an ihm vorbei, das ging einfacher als erwartet.

     
                            An der Flasche nuckelnd geht es in die zweite Runde ...                                               ... wobei locker ist anders ...

Wegen der ganzen Action vergesse ich beim durchlaufen des Start/Zielbogens auf die Zwischenzeitnahme. Auch diese Flasche geht ohne Schwierigkeiten auf und ich laufe so flott es geht weiter nur wird der Abstand zu meinen Ex nun doch langsam aber stetig größer. Endlich kommt Kilometer 15 und mit 7:59, 164, wäre ich noch immer auf Rekordkurs.

     
... kurz darauf kommen auch die letzten Beiden 7 km Turbo Schnecken ins Ziel!

Zum letzten mal für heute stell ich mich den Gegenwind und das gefällt mir nun gar nicht. Jetzt wird das Laufen zur Qual aber was tut man nicht alles für eine neue Bestzeit. Anscheinend quäle ich mich aber nicht genug weil mit 4:09, 163, lege ich nun meinen langsamsten Kilometer hin - das ist nicht gut. Auch wenn ich mir jetzt einrede das ich mir eh schon eine Vorsprung herausgelaufen habe und mir so auch manche 4er Zeit erlauben kann versuche ich noch mal Stoff zu geben. Mit 4:08 bzw. 4:07, 163 und 162 Puls, auf KM 17 & 18 werde ich aber nicht wirklich schneller. Bin nun über jeden Meter froh den ich hinter mich bringe und noch immer bin ich zuversichtlich das ich eine neue Bestzeit laufe.


Gabi liegt flach, aber zum Glück nur um gute Bilder zu machen, Danke!

Zum Glück kommt die Wende immer näher und wenn es dann zurück geht und der Gegenwind wegfällt kann ich sicher nochmals zulegen nur ist ja der Wendepunkt in dieser Runde um 50 m nach hinten verlegt um so die fehlenden 100 m auf die Halbmarathondistanz zu erreichen. Als ich die nächste Kilometertafel erreiche krampft es mich einwenig zusammen weil mit 4:25, 162, hab ich nun nicht wirklich gerechnet. Rasch wird mir aber klar das es sich bei dem Kilometer dank des Versetzten Wendepunktes, ja um 1,1 km handelt und somit würde die Zeit ja schon wieder passen. So geht es etwas erleichtert weiter und jetzt bin ich schon auf meine Gesamtzeit beim der nächsten Kilometer Tafel gespannt weil dann sehe ich wieviel Gutzeit ich noch habe.


Sonne, blauer Himmel und die Südosttangent in der Prater Hauptallee ...

     
... und mittendrin die Turbo Schnecken!

Die Tafel kommt näher und näher ich blicke auf die Uhr und verstehe die Welt nicht mehr! Da steht doch glatt 1:20:16, das kann nicht sein da müßte ich doch den letzten Kilometer deutlich unter 4 Minuten laufen, eigentlich dachte ich daß da 1:19:irgendwas steht und mir eine flottere 4er Zeit reicht. Ziemlich enttäuscht darüber geht es weiter und ich hoffe daß da irgendwas nicht stimmt und alles noch gut wird. Zu allem Überdruß bekomme ich nun auch wieder Seitenstechen nur ist es diesmal nicht so schlimm wie eine Runde zuvor und auch bald wieder verschwunden. Hole nun das letzte aus mir raus weil wenn es sich nachher um ein zwei Sekunden vielleicht nicht mit einer neuen Bestzeit ausgeht bin ich sauer auch noch. Das Ziel kommt immer näher und die Beine werden immer schwerer. Dank meines Zwergis, sie läuft die letzten hundert Meter an meiner Seite, kann ich auch noch einen Zielsprint hinlegen.


Zwergi begleitet mich auf den letzten Metern!


Endlich im Ziel

Mit dem überschreiten der Ziellinie ist es auch schon mit der Laufherrlichkeit vorbei und ich bin froh als mich mein Zwergi in die Arme nimmt. Nachdem ich mich etwas erfangen habe studiere ich meine Uhr und mir ist rasch klar das sich mit handgestoppten 1:24:18 wohl keine neue Bestzeit ausgehen wird. Im Gegenteil bei der offiziellen Ergebnisliste haben sie mir noch 2 weitere Sekunden aufgebrummt und somit hab ich meine Bestzeit um 22 Sekunden versäumt.

     
Selten so erledigt nach einen Lauf!

Total ausgepowert und etwas enttäuscht begebe ich mich zur Verpflegungsstation. Dort gibt es dann die nächste Enttäuschung weil ich sagen muß die Verpflegung nach dem Lauf war früher besser. Was soll’s man muß nehmen was man bekommt und so nehme ich mir ein halbes Stück Banane, ein viertel Stück Müsliriegel, einen Becher grauslich schmeckendes Isogetränk und einen Beutel Power Gel (der hat später dann auch nicht wirklich gut geschmeckt!) Gehe nun zurück zur Laufstrecke um den anderen Turbo Schnecken entgegen zu laufen. Es bleibt aber beim Vorhaben denn ehrlich gesagt ist mir jetzt ehrlich gesagt nicht nach laufen und als ich Roland kommen sehe feuere ich ihn noch kurz bei seinem Zielsprint an, der fliegt ja förmlich ins Ziel, bevor ich mich auf einen sonnigen Platz auf einer Bank vertschüße und still vor mich hin leide.


Statt anfeuern ist heut leiden angesagt!

Es geht mir heute alles andere als gut (hab Magenkrämpfe, hätte vorher vielleicht doch eine Kleinigkeit frühstücken sollen!) und so bekomme ich auch von den restlichen Turbo Schnecken und ihren Zieleinläufen nicht viel mit.

     
Ja und so sahen die Zieleinläufe der anderen Halbmarathonschnecken aus ...

     
... die ich ja nicht wirklich mitbekommen habe!

Nachdem die letzte Turbo Schnecke im Ziel ist es endlich soweit, es folgt der Moment auf den mein Zwergi und auch so manch andere Schnecke fast drei Monate gewartet haben. Wir holen uns die Eisbär T-Shirts. Zum Leidwesen von Zwergi sind die Baumwollshirts aber schon vergriffen zum Glück kann man sie aber nachbestellen und so wird ein Amoklauf von ihr verhindert.

     
Jetzt gibt es das langersehnte Eisbär T-Shirt!                                                        Schmoll, die haben kein Baumwollshirt mehr!

Schönlangsam aber sicher geht es auch mir wieder besser und so geht es zwar noch immer leicht geknickt wegen des gescheiterten Rekordversuches auf zu  den Kilins wo uns ein ausgiebiges Frühstück erwartet.


Die verbliebenen Finisher von heute!

Nun noch ein paar Fakten zu meinem heutigen Lauf:

Nettolaufzeit: 1:24:20

min/km: 4:00

 

Runde 1

Runde 2

Runde 3

Zeit

0:27:40

 0:27:50

0:28:50

min/km

3:57

3:59

4:04

Puls O

159

164

163

 

Eigentlich wollte ich mich heute nicht quälen aber die Versuchung einen neue Bestzeit zu laufen war doch zu verlockend. Leider dauerte aber das Rennen 3 Runden und da haben mir dann doch etwas die Kräfte gefehlt und so ging sich nur mehr meine zweit beste Zeit im Halbmarathon aus. Zum Glück war ich aber um einiges schneller unterwegs als es beim Marathon geplant ist und so bin ich weiterhin sehr zuversichtlich das es mit dem zweier beim Marathon klappt!

Ps.: Möchte jetzt noch mein Zwergi lobend erwähnen die heute mit 44 Minuten und 8 Sekunden, das sind 6:18 min/km,  ihren schnellsten Eisbärlauf gelaufen ist und das ganz ohne Training, bin ur Stolz auf dich - Bussi! Irgendwann sollte ich mir auch merken daß du nicht mehr Linsbauer sondern Friedl heißt dann finden wir dich auch schneller in der Ergebnisliste - peinlich!

 

Bild des Tages!

 

Zurück zu Läufe 2012

Ich bedanke mich bei kostenlose counter Besuchern auf meiner Homepage