Bei einer 60er Geburtstagsfeier von Zwergis Schwester hatte ich am Vortag vielleicht nicht gerade die optimalste Wettkampfnahrung (viel Grillgut, noch mehr Kuchen und Torte dazu etwas Obstsalat und Eis!) zu mir genommen. Wenigstens waren wir zeitig zu hause und um viertel eins lag ich auch schon im Bett. Trotzdem komme ich um sieben Uhr als der Wecker läutet nur sehr schwer aus dem Bett.


Gerhard             Gabi             ich              

Sehr lustlos schaffe ich es mich reisefertig zu machen und zehn vor acht sitzen Zwergi und ich im Auto und fahren zum Donaupark. Inzwischen hat es zu Regnen aufgehört, die Wolken sind aber geblieben und mit 17° haben wir auch recht angenehme Lauftemperatur. Kommen gemeinsam mit Brigitte und Michi beim Donaupark an und da Gabi und Gerhard schon vor Ort sind die heutigen Turbo Schnecken auch schon vollzählig.


Unsere voll motivierte Fangemeinde!

Hole mir noch rasch meine Startnummer bevor ich mich auf ein stilles Örtchen zurück ziehe. Dorthin begebe ich mich zwecks einlaufen im Laufschritt und das laufen fällt jetzt alles andere als leicht, kann mir gar nicht vorstellen wie ich in etwas mehr als 30 Minuten 10 km laufen soll. Wieder bei den anderen zurück mache ich mich schon lauffertig weil ich Zwergi noch zum von mir gewünschten Fotopunkt bringen will.


     
                                      Die orangene Armada ist im Anmarsch!                                                                 Was will er nur von mir!

Nachdem ich Zwergi dorthin gebracht habe geht es wegen Zeitmangels im Laufschritt zurück zum Start wo schon die letzten Vorbereitungen im Gange sind. Habe gerade noch genügend Zeit um mit Gabi und Gerhard abzuklatschen bevor der Moderator das Rennen startet.



82 Läufer plus 3 Turbo Schnecken sind startbereit!

     
    Das Rennen wurde gestartet  und ...                                                                 ... schon zieht sich das Feld in die länge!

Lege gleich von Start weg voll los und schon bald liegt mein Puls bei über 160. Noch vor der ersten Kurve bildet sich vor mir eine kleine Damengruppe die mein Tempo läuft und so schließe ich mich der Gruppe mal an. Für KM 1 brauchen wir 4:08 und von der anfänglichen Damengruppe sind nun noch 3 Frauen übriggeblieben wobei ich mich doch etwas sputen muß um an ihnen dranzubleiben.


Meine 3 Tempomacherinnen und ich!

Vom Laufgefühl her geht es mir jetzt sicher besser als beim Einlaufen aber optimal fühlt sich sicher besser an. Über das kann ich mir jetzt aber keinen Kopf zerbrechen weil wir näheren uns Kilometer 2 und dort steht ja auch Zwergi um mir mein Wunschbild zu machen. Vor lauter Aufregung, weil ja jetzt mein Zwergi kommt, vergesse ich gleich bei der KM 2Tafel auf meine Uhr und somit habe ich auch keine Durchgangszeit, dafür aber hoffentlich ein schönes Foto.


Mein Wunschbild: Papstkreuz, Donauturm und ich!

     
Wie man sieht gibt es aber auch andere gute Positionen für ein Donauturmbild!

Weiters voll motiviert folge ich meinen 3 Vorläuferinnen und ich muß ehrlich gestehen sie fordern mich mit ihren Tempo ganz schön heraus, dafür brauchen wir für KM 2 & 3 nur 7:51. Folge ihnen so in einem Abstand von etwa 5 m und so laufen wir auch durch den Start/Zielbogen wo uns der Moderator eine Zeit von unter 40 Minuten voraussagt vorausgesetzt natürlich daß wir das Tempo halten können woran ich eigentlich nicht zweifle.


Ich kann meinen 3 Hasen, bitte so werden Tempomacher genannt, gerade noch folgen!

Mir gibt er noch ein: „Komm häng dich an die Mädels ran!“ mit auf den Weg. Das laß ich mir nicht zweimal sagen und schon bei Kilometer 4, 3:58, laufe ich mit ihnen auf gleicher Höhe. Bin jetzt etwas erstaunt wieviel die mit einander plaudern, ich könnte das ehrlich gesagt nicht dafür laufe ich zu sehr am Anschlag. Denke mir: „Na gut wenn sie meinen, werden schon sehen was sie davon haben!“ und setzt mich an die Spitze. Jetzt gebe ich also das Tempo vor und als wir vor zum kurzen Anstieg beim Donauturm kommen gebe ich noch etwas Gas. Aus dem Augenwinkel raus merke ich daß eine der dreien nun nicht mitgehen kann und schon sind wir nur mehr zu zweit.


Aus 3 wurde 2 und wie lange halten die noch mit?!

Leider habe ich heute bei meiner Uhr vergessen den AutoLap abzustellen, da nimmt die Uhr alle 5 km automatisch die Zwischenzeit, so nimmt sie nämlich schon jetzt die Zwischenzeit obwohl wir die offizielle KM 5 Tafel noch nicht erreicht haben. Deswegen schaue ich dann kurz darauf auch nicht auf die Uhr als wir Kilometer 5 erreichen. War vielleicht auch gut so weil dann hätte ich gewußt das wir für den Kilometer nun 4:06 gebraucht haben (habe ich mir daheim dann angesehen und ausgerechnet!) was ja schon schön langsamer als die Kilometer davor ist. So sehe ich als nächstes bei der Tafel KM 6 3:55 und mit der Zeit könnte ja meine Laufwelt in Ordnung sein.


Bei umgekehrter Laufrichtung wäre das sicher ein tolles Skylinebild!

Nur ist sie es leider nicht denn es fällt mir immer schwerer das Tempo zu halten und das während die Damen neben mir noch immer gelegentlich plaudern – wem bitte interessiert schon daß eine von ihnen das jetzige Tempo zu ihrer Glanzzeit bei einem Marathon gelaufen ist (will ja jetzt nicht böse oder neidisch klingen aber sie hat nicht gesagt ob sie es auch durchgehalten hat!) Kurz darauf muß ich aber auch schon abreisen lassen weil ich einfach nicht mehr kann, zu sehr liegt mir das Geburtstagsessen von gestern im Magen und irgendwie habe ich das Gefühl als würde sich bald was nach oben verabschieden.

     
Aus 2 wurde 0 aber nur weil die nicht so langsam laufen können wie ich!                                                Mir is zum sp...!

 Soweit soll es ja doch nicht kommen und somit muß ich die beiden alleine weiter laufen lassen. Bei Start/Ziel sagt der Moderator noch immer eine Zeit von unter 40 Minuten voraus, wie gerne wäre ich die auch gelaufen. Mich registriert er aber gar nicht mehr was jetzt nichts mit mir und meiner Laufgeschwindigkeit zu tun hat sondern damit das er den beiden Mädels solange nachguckt bis auch ich durch den Start/Zielbogen bin. Bei Kilometer 7 sehe ich auch auf der Uhr das es mit mir Bergab geht den mit 4:15 bin ich deutlich langsamer geworden. Versuche nun meine letzten Kräfte zu mobilisieren was mir auch gelingt den bei der Tafel KM 8 bin ich nach 4:11 und das trotzt des kurzen Anstiegs beim Donauturm.

    
Langsamer dafür aber ohne Übelkeitsgefühl geht es nun weiter!

Noch fehlen aber zwei Kilometer und die fallen alles andere als leicht zum laufen. Der Abstand zu den Mädels vor mir wird immer größer, die haben sich inzwischen zwei andere Läufer geangelt und so geht es relativ einsam dahin. Auch von Gabi ist heute keine Spur die habe ich beim ersten Lauf im Donaupark hier überholt, der scheint es ja nicht schlecht zu gehen. Wenigstens kommt kein Läufer oder gar Läuferin, das würde das Ego sicher mehr treffen, von hinten und überholt mich. Kurz vor Kilometer 9 gibt es ja dann doch noch ein kleines Erfolgserlebnis, ich kann Gabi überholen und weil ich sie dabei noch einwenig mit den Worten: „Komm des geht sich noch aus unter einer Stunde!“ motivieren will, vergesse ich gleich auf meine Zwischenzeit bei Kilometer 9.

     
Gabi wird gejagt ...                                                    ... und kurz darauf wird sie auch schon mit einen lächeln überholt!    

Zumindest stelle ich aber fest das es nur noch ein Kilometer bis ins Ziel ist und so versuche ich halt noch mal zuzulegen was mir aber sehr schwer fällt. Bin echt froh als endlich der Zielbogen vor mir auftaucht nur gibt es auf den letzten 200 m Gegenwind was ich jetzt etwas verfluche. Mit einem leichten Zielsprint schaffe ich aber auch dieses Stück und so bin ich überglücklich endlich im Ziel zu sein auch wenn es sich mit einer Zeit von unter 40 Minuten für mich nicht ausgegangen ist - die zwei Mädels schafften es übrigens mit 39:48 doch recht locker.


Es ist so gut wie geschafft!

Jetzt heißt es erstmals verschnaufen und wieder zu sinnen kommen, so neben bei feuere ich auch noch Gabi an als sie auf ihre letzte Runde geht, bald darauf kommt auch schon Gerhard ins Ziel der nicht viel weniger erledigt wirkt als ich. Begebe mich nun nochmals auf die Laufstrecke um Gabi ins Ziel zu begleiten und vielleicht schafft sie ja wirklich noch die 60 Minuten Schallmauer.

     
Gerhard                            Geschafft!                            Gabi

Aus dem wird zwar leider nichts aber mit 1:01:58 stellte sie immerhin eine neue persönliche Rekordzeit auf. Zum Schluß heißt es sich noch beim wieder tollen Finischerbuffet stärken bevor wir dann die heimreise antreten.

 
Die glücklichen und zum Teil erledigten Finisher Schnecken!

Resümee
Stark begonnen aber dann schlimm eingegangen! Am besten schnell vergessen und brav weiter trainieren dann schaut es beim nächsten Lauf sicher anders aus vor allem dann wenn ich mich am Vortag beim essen zusammenreiße.

 

Bild des Tages!

 

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