1:57:39, also ehrlich gesagt bin ich nun etwas überrascht von dieser Zeit den eigentlich wollte ich ja maximal  dreidreiviertel Stunden brauchen da werde ich wohl einen Zahn zulegen müssen was aber angesichts des noch immer dichten Läuferfeldes nicht so leicht ist. Im Übrigen fühlen sich meine Beine auch nicht mehr sehr frisch an und eigentlich „will“ ich nicht schneller laufen.


Wir laufen der Fußgängerpromenade Coulée verte René-Dumont entlang!

So geht es der „Coulée verte René-Dumont“ (deutsch „René-Dumont-Grünzug“) entlang weiter. Dabei handelt es sich um eine eingestellte innerstädtische Eisenbahnstrecke deren Viaduktstrecke zur Fußgängerpromenade umgewandelt wurde. Die bringt uns nun wieder zum Place de la Bastillie wo noch immer tausende Zuschauer die Strecke säumen, teilweise stehen sie dort auch schon vor den Absperrgitter und so wird es hier teilweise schon richtig eng.


Zum zweiten mal am Place de la Bastillie ...


... der einer der Zuschauer Hot Spot des Paris Marathons ist ...

Kurz nach dem Place de la Bastillie stehen auch Zwergi und Mich wieder an der Strecke – die beiden dürfen nun die Beine in die Hand nehmen um zum nächsten Anfeuerungspunkt zu kommen der ja nur 500 m entfernt liegt. Wegen einer Baustelle wird es jetzt richtig eng, somit ist es auch kein Wunder das es zu einem kurzen Läuferstau kommt. Zum Glück ist der aber gleich überwunden und schon geht es im Laufschritt auf dem Boulevard Bourdon weiter.


... mitten darin Zwergi und Michi denen ich ...


... dieses Laufbild von mir am zu verdanken habe!

Vorbei geht es nun am im Jahr 1911 erbauten „Umspannwerk Bastillie“. Das unter Denkmalschutz stehende Umspannwerk versorgte früher die Metro mit Gleichstrom hat aber inzwischen seine Funktion verloren. Am Ende des Boulevard Bourdon wo wir in den Quai Henri IV stand bis 1538 der „Tour de Billy“ einer der wichtigsten Türme der alten Stadtmauer – ein Blitzeinschlag brachte gelagerte Munition zur Explosion und zerstörte so den Turm.


Das Umspannwerk Bastillie!


Wo einst der Tour de Billy stand steht heute dieses Wohnhaus!

Laufen nun den Quai Henri IV ein paar Meter vor bis er zum Quai des Célestins wird und dort sollten auch schon wieder Zwergi und Michi stehen, was sie auch tun – daß heißt sie haben wirklich ihre Beine in die Hand genommen, brav!


Wer ist schneller meine Fans auf den blaugepunkteten Weg oder ich auf der roten Linie?


Wie man am Bild sieht waren meine Fans schneller, DANKE!

Im vorbeilaufen sage ich zu Zwergi das ich auf vier Stunden unterwegs bin was ich nicht so toll finde! Sie meint nur das sei egal Hauptsache ich komme gesund ins Ziel – Warum sollte ich das nicht? Noch habe ich die Hoffnung noch nicht aufgegeben es unter 3:45 zu schaffen. Versuche nun also das Tempo etwas zu erhöhen was aber nicht gerade so einfach ist, was nicht nur an der dichte des Läuferfeldes liegt. Schon bald verlassen wir den Quai des Célestins und laufe an der weiter unter liegenden Voie Georges Pompidou weiter – dabei handelt es sich um eine Stadtautobahn, sie ist heute für den Verkehr gesperrt, die am rechten Ufer der Seine entlangführt.


Ab jetzt laufen wir auf der Stadtautobahn weiter!

Ganz ohne Autos geht es aber heute auch nicht, weil sich von hinten immer wieder Rettungsautos mit Blaulicht und Folgentonhorn den Weg durch die Massen bahnen – so bekommen Zwergis Worte von vorhin eine Bedeutung! Von hier haben wir eine schöne Sicht auf die „Île de la Cité“ (deutsch „Stadtinsel“), sie ist eine Binneninsel in der Seine und der älteste Teil der französischen Hauptstadt Paris. Auf ihr liegen unter anderem die „Cathédrale Notre-Dame“ und das „Conciergerie“ welche ich genauso wie die Zahlreichen „Seine Brücken“ nun „bewundern“ kann.


Die Kathedrale „Notre-Dame de Paris“ (deutsch „Unsere Liebe Frau von Paris“)
wurde mit ihren 69 m hohen Türmen in den Jahren 1163 bis 1345 errichtet, und ist somit eines der frühesten
gotischen Kirchengebäude Frankreichs.


Die „Conciergerie“, teil des ehemaligen Königspalast wurde später zum Gefängnis!


Die älteste Seine Brücke „Pont Neuf“ und im Hintergrund die Kuppe des „Institut de France“!

Auch auf der herüberen Seite gibt es etwas zu sehen und zwar die KM 25 Tafel welche ich nach 2 Stunden und 20 Minuten erreiche. Hoffe Ronny verzeiht mir das ich jetzt erst bei KM 25 und nicht schon wie zu Ronny gesagt bei KM 30 bin – da hätte er sich etwas mehr Zeit lassen können um dorthin zu kommen. Mit dem Ende der „Stadtinsel“ können wir auch nicht mehr das andere Seine Ufer bestaunen aber nicht weil wir uns von der Seine abwenden sonder weil wir förmlich von der Erde verschluckt werden - die Autobahn geht hier nämlich in einen Tunnel hinein.


Ab jetzt geht es im Tunnel weiter!

Während oberirdisch nun neben dem Louvre laufen würden hat sich hier her unten etwas Besonderes einfallen lassen und zwar eine „Duftstraße“! Aus Automaten die am Rand aufgestellt sind werden die verschiedenste Düfte herausgesprüht, welch mich zum Teil an WC-Duftsprays erinnern. Ansonsten läuft es sich hier her unten recht nicht viel anders als draußen nur die Geräuschkulisse ist deutlich höher.


Der Autobahntunnel wird zur Duftstraße!

Nach 900 m spuckt uns die Erde hinter dem 500 m langen Denon-Flügel, ein Seitentrakt des Louvre wo auch die berühmte Mona Lisa von Leonardo da Vinci hängt welche von mir noch nie besichtigt wurde, wieder aus und es geht weiter der Seine entlang. Vorm Place de Concord geht es aber schon wieder unter die Erde, diesmal aber nur für gut 50 m, dadurch sieht man aber nicht allzu viel vom „Palais Bourbon“ dem Sitz der französischen Nationalversammlung das sich am anderen Seine Ufer befindet.


Hinter dem Denon-Flügel des Louvre erblicken wir wieder Tageslicht ...


... um kurz auch das Palais Bourbon zu sehen!

Danach dürfen wir wieder kurz Frischluft schnupper bevor es auf Höhe des „Grand Palais“ wieder in den Untergrund geht. Dadurch sehen wir nichts von der wohl eindrucksvollsten und auch kühnsten Bogenbrücke Paris der „Pont Alexandre III “. Genauso wenig wie vom „Invalidendom“, der ursprünglich als Kirche gebaut und 1840 zur Grabstätte von Napoleon Bonaparte umgebaut wurde. Diesmal sind es 400 m bis wir wieder ans Tageslicht kommen und dank einer Hard Rock spielenden Band gibt es im Gegensatz zu den vorangegangenen Tunneln eine andere Geräuschkulisse.


Statt oben am Grand Palais vorbeizulaufen geht es für uns unten daran vorbei und somit sehen wir auch nichts von der ...


... Pont Alexandre III und vom dahinterliegenden Invalidendom was ich mir am Tag danach anschaue von wo auch dieses Foto ist!

Wer jetzt glaubt das es mit den Unterführungen nun schon war der irrt, den schon vorm Place de l'Alma geht es wieder hinunter für gut 150 m hinunter. Am oberen Ende des Tunnels befindet sich „Flamme de la Liberté“, dabei handelt es sich um eine Reproduktion der Flamme von der New Yorker Freiheitsstatue in  Originalgröße. Im Übrigen handelt es sich beim Tunnel-Alma um jenen in dem Lady Diana 1997 tödlich verunglückte. Wieder auf der Oberfläche angekommen geht es auch schon vorbei am „Musée d’art moderne“ (deutsch „Museum für Moderne Kunst“). Das  Gebäude wurde für die Weltausstellung von 1937 errichtet und erfüllt seit dem Jahr 1961 seine heutige Bestimmung.


Der „Unglückstunnel“ mit der Flamme de la Liberté!


Gleich darauf das Musée d’art moderne!

Wir nähern uns nun wohl dem Höhepunkt meiner Marathon- Sightseeing-Tour durch Paris und zwar dem „Jardins du Trocadéro“. Auf der einen Seite befindet sich dort das „Palais de Chaillot“. Er wurde für die Weltausstellung 1937 auf den Fundamenten des dafür geschliffenen  Palais du Trocadéro erbaut. Der Palais du Trocadéro war ein historistischer Ausstellungspalast, der für die Weltausstellung Paris 1878 errichtet wurde – die hatten schon viele Weltausstellungen in Paris!


Vom Palais de Chaillot ist zwar noch nichts zu sehen dafür von einen anderen weltbekannten Sehenswürdigkeit!

Ja und auf der anderen Seite der Seine steht wohl das ultimative Wahrzeichen Paris der Eiffelturm.  „Die Dame aus Eisen“ wie der Turm liebevoll genannt wurde zwischen  1887 und 1889 für die, wie könnte es sein, Weltausstellung 1900 gebaut. Er ist mit der Antenne 324 m hoch und wiegt 10.100 Tonnen. Seine 18.000 Metallteile werden von 2,5 Mio. Nieten zusammengehalten und man kann, wenn man nicht den Lift nimmt die Spitze über 1.665 Stufen erreichen.


Auf der einen Seite der Eifelturm und ich ...


... und auf der anderen Seite das Palais de Chaillot am Place du Trocadéro!

Nachdem ich den Ausblick ein paar Sekunden genossen habe laufe ich weiter und tritt dabei gleich gewaltig in den Füßen eines Absperrgitters hinein. Zum Glück kann ich einen Sturz verhindern, dafür schmerzt mein „Zeigezeh“ (keine Ahnung wie der wirklich heißt!?) vom linken Fuß umso mehr. Nach ein paar Schritten wird der Schmerz aber etwas erträglicher und ich kann weiterlaufen und zwar zur Avenue du Président Kennedy. Dort wartet hoffentlich Ronny auf mich/uns um ein Laufbild von uns mit dem Eiffelturm im Hintergrund zu machen. Ja und auch wenn ich um eine halbe Stunde versetzt habe, kann ich ihn schon von weiten sehen und mich auch bemerkbar machen.


Trotz meiner 30 Minütigen verspätung ist Ronny am Posten!


Für mich das Wahrzeichen von Paris, wobei ich jetzt weder Ronny noch mich meine!

So geht es, auch wenn es schon etwas schwer fällt, mit einem Lächeln an ihm vorbei. Weiter geht es zur „Pont de Bir-Hakeim“, einer 1905 erbauten Doppelstock Brücke die seit 1986 unter Denkmalschutz steht. Gleich dahinter befindet sich der KM 30 Bogen welchen ich nach 2 Stunden 50 Minuten durchlaufe. Irgendwie wird das heute nichts mit dem schneller werden denn noch immer hinke ich meiner maximal Finisher Zeit von 3 Stunden 45 Minuten gewaltig hinterher - gedanklich setze ich sie schon auf im schlimmsten aber nur im aller schlimmsten Fall auf 3:59:59 hinauf.


Pont de Bir-Hakeim, leider ist wegen der Mauer nicht mehr von der Brücke zu sehen!


Dahinter befindet sich auch schon der KM 30 Bogen!

Dank des Veranstalter weiß ich auch das nun die berüchtigte Marathon-Mauer auf mich wartet, der werden ja nachgesagt daß ab hier mit bleischweren Beinen und zweifeln im Kopf zu rechnen ist – die bleischweren Beine kann ich ja zum Glück nicht mehr bekommen die habe ich ja zu meinen Leidwesen schon!


Wartet hinter der 30 km Mauer gar eine Nutella Labestelle?

Trotzdem geht es im Laufschritt weiter bis zum Gebäude von Radio France! Dort gibt es auch eine Isostar-Labestelle wo es erstmals auch was anderes als Wasser zum trinken gibt. Habe ich bei den vorangegangene Verpflegestellen immer nur ein paar Schluck aus den Wasserflaschen gemacht so gönne ich mir jetzt im gehen drei Becher mit Isostar.


Der Isostar Bogen vorm Radio France Gebäude!

Mit solch frischer Energie sollte es ja jetzt kein Problem sein schneller zu werden nur leider sind die Läufer um mich herum noch immer nicht viel weniger geworden. So geht es mit gleichen Tempo über die Avenue de Versailles zur Rue Mirabeau. In einer Seitengasse davon liegt die 1877-1884 erbaute Pfarrkirche „Notre-Dame d'Auteuil“. Schon bald geht die Rue Mirabeau in die Rue Molitor über. Anscheinend haben wir hier auch ein Pariser Nobelviertel erreicht weil warum gibt es hier zum Beispiel mit der „Villa Molitor“ und der „Villa Boileau“ Privatstraßen die mit Eisentoren abgesperrt sind.


Die Notre-Dame d'Auteuil!


Einfahrtstor zur Villa Molitor sowie zur Privatstraße Villa Boileau!

Nun ist es nicht mehr weit und ich sollte meine zwei Fans wieder an der Strecke sehen. Am vereinbarten Treffpunkt angekommen bin ich etwas überrascht das ich sie nirgends sehe den eigentlich hätten sie Zeit genug gehabt hier her zukommen? Hoffe nur daß sie sich durch mein doch etwas langsamen Tempo nicht unsicher geworden sind und schon weiter gegangen sind. Warte nun ein paar Minuten mit der Hoffnung sie noch „anrauschen“ zu sehen.


Leider gibt es statt eines professionellen Läuferfotos jetzt nur ein amateurhaftes Selfi von mir!

Da das leider nicht der Fall ist laufe ich mal weiter und hoffe sie beim nächsten Treffpunkt, der ja nur 300 m weiter oben liegt, zu sehen. Über den Boulevard d'Auteuil und die Avenue de la Porte d'Auteuil ziehen wir nun eine Schleife durch das 16. Arrondissement und umrunden dabei das „Stade Roland Garros“ dem Tennis-Mekka der Sandplatzspieler wo jedes Jahr Ende Mai die French Open stattfinden!


Der „Court Philippe Chatrier“ ist mit über 15.000 Sitzplätzen das größte Stadion im  Stade Roland Garros!

Ich nähere mich nun dem Place de la Porte d'Auteuil und hoffe dort meine zwei Fans wiederzufinden. Dort angekommen sehe ich aber in der Menschenmasse zuerst einmal Lisa, Brigitte und Manuela, als so das Fan/Fototeam meiner Turbo Schnecken Mitläufer die anscheinend gerade am Weg zum unteren Anfeuerungspunkt sind. Wurschtel mich nun durch die am Streckenrand stehenden Zuschauer hindurch um ihnen mitzuteilen daß, falls sie unten Zwergi und Michi sehen sollten, ihnen sagen daß ich schon vorbei bin.


Der Place de la Porte d'Auteuil ist erreicht und ich verlasse kurz die Laufstrecke um mit Rolands Fototeam zu quatschen!

Bin jetzt etwas verwundert als sie mir sagen daß die beiden ein Stück weiter vorne stehen weil die Straße zum vorigen Punkt gesperrt ist. Gehe nun ein Stück mit ihnen vor und zeigen ihnen das der Weg hinunter frei ist und sie ihn gehen können, was sie auch tun aber erst als sie mich auf die Strecke zurück geschickt haben – ich glaub da hat wer bei der Streckenbesichtigung nicht ganz aufgepasst, grins! Wieder auf der Strecke umrunde ich den  Brunnen „Fontaine Porte d'Auteuil“ bevor ich zu Zwergi und Michi komme. Erleichtert daß die Beiden an der Strecke sind geht es für mich auch gleich an der dort stehenden KM 35 Tafel vorbei.


Ich umrunde den Brunnen Fontaine Porte d'Auteuil!

3 Stunden 25 Minuten habe ich bis jetzt gebraucht. Schön langsam kommen Zweifel hoch das ich es doch noch unter 4 Stunden schaffen werde denn dazu müßte ich jetzt einen 5er Schnitt laufen und ehrlich gesagt bin ich froh das ich noch einen 6er schaffe. Weiter geht es auf der Allée des Fortifications, die Straße verläuft parallel zum „Hippodrome d’Auteuil“. Dabei handelt es sich um eine 1873 eröffnetet Rennbahn fürs Springreiten die bis zu 40.000 Zuschauer fassen kann.


Es geht am Hippodrome d’Auteuil vorbei!

Bei der Route des Lacs à Passy biegen wir in den „Bois de Boulogne“ (deutsch: „Wald von Boulogne“). Der Park hat eine Fläche von 846 ha und repräsentiert mit dem schon durchlaufenen „Bois de Vincennes“ fast 80 Prozent der Pariser Grünflächen. Über die Avenue de Saint-Cloud eine Straße die genauso schmal ist wie  die darauffolgende Route de la Seine À la Butte Mortemart geht es zur viel breiteren Allée de la Reine Marguerite.


Die Route de la Seine À la Butte Mortemart im Wald von Boulogne ist nicht gerade die breiteste Straße ...

Im Gegensatz zu den beiden  erst genannten Straßen gibt es hier nun genügend Platz zum laufen, nur fällt mir das jetzt immer schwerer. Dazu kommt das die Sonne es nun schon etwas warm werden hat lassen was ich jetzt, im Gegensatz zu in der früh im Startblock, nicht mehr so angenehm empfinde. Was ich auch nicht so toll finde ist daß es hier im Park dauernden auf und ab geht wobei mir das auf schon etwas zu schaffen macht.


... die Allée de la Reine Marguerite ist da schon vieeeeel breiter aber auch etwas welliger!

Bei einer dieser kleinen Steigungen passiert was ich niemals für möglich gehalten hätte, ich fange an zu gehen und was noch schlimmer ist mir wird schlecht - vielleicht waren die drei Becher mit dem Iso doch keine so eine gute Idee. Bei der ca. 400 m entfernten KM 39 Tafel beginne ich wieder mit einem leichten Laufschritt aber es dauert nicht lange bis ich wieder zum gehen anfange.


Dank Roland gibt es auch ein Bild von meiner kleinen "Todessteigung", oben angekommen geht es nicht mehr im Laufschritt weiter!

So geht es bis zur Allée de Longchamp wo KM 40 liegt welchen ich nach 3 Stunden und 56 Minuten erreiche. Jetzt ist es wohl Gewissheit daß ich heute nicht unter vier Stunden bleiben werde was mir aber momentan völlig egal ist, ich will einfach nur ins Ziel und es hinter mich bringen. Bei der dahinter liegenden Verpflegestelle nehme ich mir eine Flasche Wasser und leere sie mir über den Kopf bzw. in den Nacken was aber auch nichts daran ändert das ich nicht mehr so richtig ins Laufen komme.


Die Veranstaltung ist zwar Top, meine Leistung aber eher ein Flop!

Über die Route de la Muette à Neuilly kommen wir zur Route de Suresnes, von dort sind es „nur“ 1,2 km bis ins Ziel und ab hier werden auch die Zuschauer wieder mehr. Wie ich so an ihnen vorbei gehe versuchen sie mich aufzurichten und mich zum laufen zu bringen was ihnen aber leider nur zeitweise gelingt. Schönlangsam aber sicher kommt der „Zielkreisverkehr“ Place du Maréchal de Lattre de Tassigny in Sichtweite, dort stehen auch Zwergi und Michi wieder.


Ich kann jetzt „touchen“ was ich will, die Power kommt nicht mehr!

Eigentlich hätten sie dort auch stehen bleiben sollen, weil ich nach meinen Zieleinlauf zu ihnen kommen wollte und mich danach zurück auf die Strecke begeben wollte um Monika, Roland und Pepi ins Ziel zu begleiten. Das werde ich aber heute sicher nicht machen und so begebe ich mich zu Zwergi, die kurz vorm Kreisverkehr steht, um ihr zu sagen daß sie bitte zum Ausgang kommen sollen weil es mir nicht besonders gut geht.


Ein letztes mal vorm Ziel komme ich zu meinen Zwergi und jetzt muß auch ein Selfi mit ihr sein ...


... bevor es hinein in den Zielkreisverkehr geht!

Danach laufe ich in den Kreisverkehr in den auch gerade eine Rettung einfährt und bei einem Läufer der mitten im Kreisverkehr liegt hält. Als ich an den regungslos liegenden Läufer vorbei laufe denke ich mir das die Zeit doch eigentlich völlig egal ist, Hauptsache ich komme gut und heil ins Ziel! Beim verlassen des Kreisverkehrs, bei der Avenue Foch sehe ich nun den Triumphbogen was ja ganz nett ist viel wichtiger ist aber der kleiner Bogen der sich viel weiter davor befindet und der nennt sich Zielbogen!


Gleich ist es geschafft, die letzten 250 Meter!


... der Zielbogen gefällt mir jetzt viel besser als der Triumphbogen!

Vorbeigeht es an der 42 km Tafel und auch wenn der Zieleinlauf hier in der Avenue Foch, die mit einer Breite von 120 m die breiteste  Straße  Europas ist und als die exklusivste Wohnadresse der Stadt gilt, nicht so imposant wie andere ist genieße ich es unter dem Jubel der Zuschauer ins Ziel zu laufen. Nach 4 Stunden 14 Minuten und 33 Sekunden habe ich es geschafft, ich bin im Ziel angekommen.


Mit einen leichten Lächeln geht es am grünen Teppich ins Ziel!

Durch schnaufen ist jetzt aber noch nicht drinnen weil von hinten noch immer massenweise Läufer nach strömen und so geht es Richtung Triumphbogen weiter. Zu meiner Überraschung bekomme ich nun ein Finisher-Shirt welches ich, auch wenn eine Finisherzeit von vier Stunden vorm Lauf für mich nicht erstrebenswert war, dankend entgegen. Gleich dahinter bekommen wir auch schon unsere Finisher-Medaillen umgehängt.


Wenn ich mir den Medaillen-Ständer so anschaue, werde ich wohl nicht der Letzte sein!

Bei der Zielverpflegung (Wasser, Bananen, Orangen und Trockenfrüchte) halte ich mich auch nicht lange auf und so geht es auch gleich zum Ausgang wo dichtes Gedränge herrscht. Draußen angekommen werde ich auch schon von Zwergi und Michi in Empfang genommen. Suchen uns nun ein „Gemütliches Plätzchen“ was wir auf einer Bank in einer Busstation finden. Nach meinen ersten Schilderungen besorgt Zwergi ein paar Cola Dosen und so bekomme ich auch bald was Anständiges zu trinken.


Es ist geschafft und zur Belohnung gibt es vom Veranstalter eine Medaille und von Zwergi ein Cola!

Von Michi erfahren ich das Pepi bei KM 30 aus dem Rennen ausgestiegen ist und mit der Metro ins Hotel zurück gefahren ist. 55 Minuten nach mir erreichen auch Monika und Roland wohlbehalten das Ziel. Plaudern nun noch bevor wir uns auf den Weg ins Hotel machen wo wir von Pepi in Empfang genommen werden. Nach einer angenehmen Dusche ist vorerst einmal relaxen angesagt bis wir uns um 18:45 treffen um in einen nahen Lokal den „Siegerschmaus“ einzunehmen, damit klingt auch der Tag aus.


Ein Prost auf den überstandenen Marathon und zur Stärkung ein zart rosanes Rib Eye Steak!

Resümee:

Sightseeing mäßig mit Florenz der schönste Marathon was ich bis jetzt gelaufen bin. Stimmungsmäßig liegt er in meiner Rangliste mit Berlin an zweiter Stelle wobei New York nur sehr schwer zu übertreffen sein wird. Verpflegungsmäßig ist er mit Wasser, Bananen, Orangen und Trockenfrüchte und das alle 5 Kilometer eher eine kleine Enttäuschung. Ansonsten ist er mit der Messe, dem dortigen Pastaessen und dem Breakfastrun  eine Top-Veranstaltung.
Nun zu meiner Leistung, was soll ich zu 4 Stunden 14 Minuten und 33 Sekunden großes schreiben. Wenn ich mit der Zeit ins Ziel gekommen wäre und es mir dabei noch gut gegangen wäre hätte ich gesagt: Okay das waren die gut 200 Stopps dich unterwegs gemacht habe um Bilder zu machen und das auch die Masse an Läufer, die bis ins Ziel eigentlich nie viel lichter wurde, keine schnellere Zeit zu lies. Nur leider ist dem nicht so und somit heißt es: Es war ein schöner Lauf und ich habe, wie ich euch im Bericht hoffentlich näher bringen bzw. zeigen konnte, viele neue Eindrücke mitgenommen.


Drei glückliche Paris Marathon Finisher!

 

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Paris Marathon 2016 Vorwort Reise
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