Den ersten Teil um das Radtrikot als Geschenk zu erhalten habe ich ja vor drei Wochen beim MTB-Rennen in St. Veit a. d. Gölsen erfüllt. Heute wartet in Garsten beim Sport Kaiser Eisenwurzen-Marathon das nächste MTB-Rennen auf mich, mit 42 km und 1.350 hm ist das sicher etwas schwerer als St. Veit. Das ist auch ein Grund warum ich in den letzten drei Wochen ein paar mal mit dem Rad im Wienerwald anzutreffen war. Bei einer dieser Ausfahrten konnte ich auch gleich zweimal das Schlauchwechseln üben, leider hatte ich damals nur einen Reserveschlauch mit da hieß es dann schieben.


Die heutige Strecke die uns durch die Kalkvoralpen führt ...


... und das ist das dazugehörige Höhenprofil!

Zwergi und ich machen uns heute um dreiviertel sieben auf den Weg nach Oberösterreich und kommen knapp hundert Minuten später in Garsten an wo wir auch gleich den Startbereich finden. Jetzt gilt es erstmals die Startunterlagen zu holen, wieder zurück beim Auto mache ich auch schon das Rad und mich Rennfertig.

     
Ich mache mein Rad und mich Rennfertig ...


... danach begebe ich mich auch schon ans einfahren!

Bevor ich mich jetzt an den Start begeben muß hab ich noch genügend Zeit zum Einfahren. Um dreiviertel 10 befinde ich mich schließlich beim Start und erfahre das es hier keinen Blockweisen Start gibt dafür aber einen neutralisierten. Das heißt: Nachdem Startschuß gibt ein Auto das nicht überholt werden darf das Tempo vor und führt uns aus der Ortschaft raus und erst dort wird dann das Rennen freigegeben.


Die 2 Turbo Schnecken die heute Garsten unsicher machen, Zwergi und ich!

Der Countdown dazu fängt zwei Minuten vorher an, bei der Ankündigung „fetzt“ es aber eine Sicherung und somit fällt der Strom aus, das hat aber auch zur Folge das der Startbogen zusammenfällt und nun quer über die Strecke liegt. Zum Glück ist aber der Schaden bald behoben und so kann der Countdown bald wieder fortgeführt werden.

     
Alles ist Startklar!                                                                                                  Oder doch nicht?

Um 10:03 Uhr ist es schließlich soweit der Startschuß fällt und schön langsam setzt sich das Feld in Bewegung 44 Sekunden später rolle auch ich über die Startlinie!


Es geht los, vorne weg das Führungsauto ...

Das Feld fährt nun geschlossen zur B115 wo das Rennen dann zum zweiten mal gestartet wird – zu dem Zeitpunkt liege ich aber schon soweit hinten daß ich davon nichts mitbekomme. Nach gemütlichen 2,5 km Asphaltstraße wird es nun schön langsam ernst. Biegen von der Hauptstraße auf einen Feldweg und gleich darauf geht es auch schon den ersten Berg rauf und das wird sich die nächsten 7 km nicht ändern.


... etwas später folge dann auch ich, aber immerhin bin ich nicht mehr letzter!

Der Weg ist in einen relativ guten Zustand und nicht übermäßig steil somit komme ich gut vorwärts, wobei ich schon gestehen muß das ich mir am halben Weg rauf mal die Frage stelle: „Warum tust du dir das eigentlich an?“ Antwort darauf finde ich zwar keine dafür aber kleine Überraschung bei der Streckenführung. Glaube nämlich, da es flacher und lichter wird, schon so gut wie oben zu sein und wechsle in einen höheren Gang. Am Streckenrand stehen jetzt auch vermehrt Zuschauer und als ich bei der nächsten Kurve, besser gesagt Kehre bin weiß ich auch warum. Hier geht es jetzt etwas überraschend noch mal kräftig steil bergauf und das über einen breiteren Trampelpfad der sich alles andere als in einen guten Zustand befindet. Bereue es nun schon in einen größeren Gang gewechselt zu haben und versuch etwas hektisch wieder auf einen kleineren Gang zu wechseln. Dies dauert zwar etwas aber schließlich schaffe ich es noch bevor ich absteigen muß. Inzwischen haben mich aber ein paar Kontrahenten überholt und die treten auch wie wild rein, was mich jetzt einwenig verwundert weil gut 15 m vor uns zwei Fahrer zu Sturz gekommen sind und die nun den Weg blockieren. Auch wenn die zwei wieder rasch auf den Beinen sind und ihr Rad gleich weiter schieben dauert es solange das die nachkommenden Fahrer ebenfalls absteigen müssen und ihr Rad schieben können. Da ich es etwas langsamer angegangen bin brauche ich nicht abzusteigen und kann gemütlich raufradeln. Weil der Weg nun auch wieder breiter wird kann ich den Großteil von denen die gerade an mir vorbeigezogen sind wieder überhole.


Die erste Steigung ist geschafft aber den Ausblick auf Garsten kann ich nicht so richtig genießen!

Kurz darauf hab ich es aber wirklich geschafft und schon geht es über einen Wurzeltrail bergab was zwar kräftemäßig für die Füße einfacher zu fahren ist aber nicht für die Finger die sich nun teilweise ziemlich verkrampft am Lenker und den Bremshebel festhalten. Wie ich mich so runter taste kommt sie nun wieder die Frage: „Warum tust du dir das eigentlich an?“ Auch diesmal finde keine Antwort und schon führt uns der Wurzeltrail noch mal den Berg rauf. Als ich mit den Vorderreifen an einer Wurzel hängen bleib muß ich mit einen Fuß vom Pedal runter. Mit Glück kann ich mich aber von Boden soweit abstoßen das ich den Reifen freibekomme und gleich weiter fahren kann. 12 km ist das Rennen nun für mich lang, gut 10 davon sind bergauf gewesen jetzt aber geht es auf einer Schotterstraße mal länger bergab. Bin dabei mit über 50 Sachen unterwegs und ich will mir gar nicht vorstellen wie ich ausschau wenn es mich hier würfelt. Deswegen bremse ich auch die Kurven immer rechtzeitig an und auch auf den geraden Abschnitten lege ich immer wieder eine kleine Zwischenbremsung ein. Etwas mehr als 3 km später kann ich etwas durchamten weil es kurz Flacher wird, hier befindet sich auch die erste Verpflegungs-Station. Gönne mir einen Becher Iso und auch ein Stück Banane, danach verzehre ich auch noch meinen mitgeführten Powerriegel.


Irgendwo im Wald!

Es dauert nicht lange und schon geht es wieder Bergauf. Die nächsten 4 km gehen nun auf der Schotterstraße nun zum Großteil wieder steil den Berg hinauf, danach geht es weitere 6 km zum Teil über Wald und Wiesenwege aber auch über so manches Wurzeltrail Stück nochmals ein paar Höhenmeter rauf wobei es auch ein gelegentlich mal Talwärts ging. 25 km habe ich nun gemeistert und jetzt erwartet mich eine fast 6 km lange Abfahrt die mich auch diesmal über Stock und Stein führt, am letzten Kilometer dürfen wir sogar eine Asphaltstraße genießen. Erreichen nun die Ortschaft Dambach, hier erwartet uns die zweite Verpflegungs-Station. Bevor wir uns an der aber Stärken können gilt es wieder mal ein paar Meter an Höhe zu gewinnen. Nach 2 Kehren haben ich sie aber erreicht und wieder gönne ich mir ein Iso und eine Banane, als Nachspeise nehme ich diesmal in weiser Voraussicht ein mitgenommenes Powergel zu mir. Weiter geht es den Berg rauf und schon bald verlassen wir Dambach.

     
Während ich durch den Wald strample besichtigt Zwergi Garsten und zündet in der Kirche eine Kerze für meine gute Rückkehr an!

Ein Blick rauf auf den Berg wo man eine Schlange von Radfahrern sieht zeigt mir daß es wohl noch einwenig dauern wird bis es den Berg wieder runter geht. Was ich aber nicht sehe ist daß es in kürze statt einer Asphaltstraße nur noch einen Trampelweg auf einer Wiese zum befahren gibt und irgendwie ist der nun um einiges steiler. Zu meiner Freude gibt es hier am Hang auch keine Bäume und da wir wolkenlosen Himmel haben treibt mir die Sonne noch so manch zusätzliche Schweißperle auf die Stirn. Quäle mich nun den Berg hinauf und ehrlich gesagt, wenn das jetzt kein Rennen wäre würde ich nun absteigen und mein Rad schieben, aber so kämpfe ich mich weiter den Bergauf auch dann als zwei absteigen und schieben. Anmerkung am Rande, daß ich es bis rauf ohne Absteigen geschafft habe hat sicher nichts damit zu tun das ein paar Meter vor mir ein weibliches Wesen gefahren ist und die keine Anstalten machte abzusteigen -  das Ego läst grüßen! Natürlich durfte auch hier die Frage: „Warum tust du dir das überhaupt an?“ nicht fehlen. Wie auch immer, knapp 3 km und 400 hm später bin ich erlöst ich bin am „Gipfel“ und zu meiner Freude konnte ich die Dame vor mir und ein paar weitere Fahrer auf den letzten Meter sogar noch überholen.


Am "Gipfel"!

Nach einem kurzen Flachstück folgt eine Abfahrt die es in sich hat, nämlich einen schmalen Streife zwischen zwei tiefen Traktorspuren und quer drüber gibt es auch noch ein paar Wurzeln. Bei einer von diesen verschlägt es mir den Lenker und ich komme zu Sturz, was, auch wenn ich mir nicht wehgetan hab, jetzt sehr ärgerlich ist. Kann zwar mein Rad und mich noch rechtzeitig vorm nächsten Fahrer in Sicherheit bringen, da es aber so schmal ist kann ich jetzt wieder all die Fahrer und auch Fahrerin die ich gerade überholt habe vor lassen. Wie ich so warte frage ich mich wieder mal: „Warum tust dir das eigentlich an?“ Wie sich endlich ein größeres Loch ergibt kann auch ich wieder aufsitzen und weiterfahren. Als ich endlich das Ende des Abschnitts erreicht habe kann ich kurz kräftig durchatmen und schon geht es weiter auf einer Schotterstraße den Berg hinunter.


Die letzte Waldabfahrt!

Nach 3 km den Berg runter geht es nochmals 1 km Bergauf, danach kommt noch eine Walddurchquerung bevor es auf guten Wegen, bis auf ein stark grob geschottertes Stück wo man förmlich aufgeschwommen ist, den Berg hinunter. Schon bald erreiche ich auch die Asphaltstraße die ich beim einfahren benutzt habe und hier fallen mir die Worte von der Fahrerbesprechung ein. „Auf allen asphaltierten Abschnitten gilt die StVO!“ Hier steht nämlich eine „50er“ Tafel und mein Tacho zeigt 60,5 an. Sehe aber keine Notwendigkeit zu bremsen, das tue ich erst als ich mich der Stopptafel nähere die bei der Kreuzung mit der Bundesstraße steht. Zum Glück winken mich aber 2 Polizisten weiter und so brauche ich nicht komplett still stehen. Jetzt sind es keine 500 m bis ins Ziel auf einmal schießen drei Fahrer an mir vorbei, darunter auch die Dame vom Wiesenaufstieg. So einfach geht es aber nicht, trete noch mal was meine Füße hergeben und schon geht es um die letzte Kurve, sehe das Ziel vor mir und muß ernüchternd feststellen das meine Füße nicht genügend Kraftreserven haben den ich kann treten was ich will die drei kommen nicht wirklich näher und so rolle ich knapp hinter ihnen ins Ziel.

     
Beim Zielsprint gab es heute für mich nicht viel zu holen ...


... und so rolle ich als letzter von uns vier über die Ziellinie!

Bevor es aus dem Ziel rausgeht stürzen sich noch drei Helferinnen über mein Rad um es von Starnummer und Zeitnehmungschip zu befreien. Als das erledigt ist kann ich zu meinen Zwergi von der ich gleich mal ein dickes Finisherbussi bekomme und jetzt weiß ich auch warum ich mir das angetan habe! So ein Bussi sind die Strapazen locker wert. Nach den ersten Schilderungen bringen wir das Rad zum Auto. Nach einer Dusche für mich führen wir uns noch eine kleine Stärkung zu bevor wir uns auf die Heimreise machen.


Ich bin nicht der einzige was sich auf Schweinsbraten mit Kraut und Knödel freut ...


... und er war ur lecker!


Gleiches gilt auch für die Nachspeise, eine Art Topfen-Himbeere-Krapfen!

Resümee:

Die weite Anreise hat sich sicher ausgezahlt auch wenn so mancher Anstieg eine kleine Ewigkeit gedauert hat, speziell die eine sonnige Wiesenauffahrt. Aber auch die Abfahrten haben es zum Teil in sich und ich bin froh das ich nur in einem langsamen Teilstück im Staub landete. Bin froh das ich schon vor drei Wochen in St. Veit gestartet bin und damals gemerkt habe ich sollte vielleicht doch einwenig im Wald fahren somit tat ich mir heut sicher leichter.

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