Dank dem lieben Gerhard kann ich heute um 5:30 Uhr aufstehen und mich gemeinsam mit Zwergi und Wolfgang um dreiviertel sieben ins Auto zu schmeißen um nach Mautern zu fahren. Denn der liebe Gerhard hat anscheinend im Lotto gewonnen und mir einen Lebenstraum erfüllt, nämlich einen Startplatz bei den Wachauer Radtagen - im übrigen bekam Roland dasselbe Geschenk von ihm.

     
17. April 2013 Marathonabschlußessen bei Gabi und Gerhard verteilt Geschenke,
Die Freude darüber ist Roland und mir im Gesicht anzumerken!

Für nicht eingeweihte, dabei handelt es sich um ein reines Straßenradrennen in der Wachau welches ich wohl ohne den lieben Gerhard nicht kennen würde und wahrscheinlich auch nie kennen gelernt hätte. Zumindest war der liebe Gerhard mit der Distanz gnädig und schenkte mir nur einen 97 km Startplatz, es wären ja auch 160 km möglich gewesen. Zu Gerhard der ja die 160 km fährt, Roland und mir (97 km) gesellen sich auch noch Wolfgang, Michi und Pepi die ja ganz freiwillig die 50 km Strecke testen wollen.


Roland                  Gerhard                  Pepi                  ich                  Wolfgang                  Michi


Unsere Fan- und Fotografengemeinde!

Eines muß ich aber dem lieben Gerhard noch zu gute kommen lassen, er hatte sich auch Gedanken um einen fahrbaren Untersatz für mich gemacht. Nur lehnte ich sein angebotenes Leihrad aus und entschloß mich nach einer 104 km langen Probefahrt mit Zwergis Crossrad ihres zu verwenden. Dies wiederum gefiel anscheinend Zwergi nicht und so schenkte sie mir kurzerhand eine fast nigelnagelneue Rennmaschine.


Ich präsentiere meinen super 17 kg Hightech-Panzer!

Jetzt wo ich den Startplatz und ein super teures Hightech-Rad hatte mußte ich gute Mine zum bösen Spiel machen und auch einwenig Radfahren in mein Training einbauen und so komme ich heute um dreiviertel acht voll gut austrainiert in Mautern an wo wir auch die anderen Turbo Schnecken treffen.

    
Radfahrer                    Jeder bereitet sich auf seine Weise für seinen Einsatz vor!                    Fotografen

Da ja der liebe Gerhard mir am Vortag schon meine Startutensilien vorbeigebracht hat kann ich mich jetzt Streßfrei Startklar machen.


Während unsere Räder vor ihren großen Auftritt noch etwas rasten dürfen ...

           
... vertreiben wir uns die Zeit mit so manch wichtigen Fotoshooting!

Nach mehrmaligen Toilettenbesuchen begeben wir uns um 8:45 in den Startbereich wobei in den jetzt der falsche Ausdruck ist. Der Startblock ist nämlich schon so voll das kein Mensch geschweige denn ein Fahrrad rein paßt, somit stellen wir uns wie viele andere auch, beim Eingang auf die Böschung und warten auf den Startschuß.

     
Der Startbereich füllt sich immer mehr und wir halten noch eine letzte "taktische" Besprechung ab!

Um 9 Uhr ist es endlich soweit der (Neutrale)Startschuß fällt, neutral deswegen weil das Feld jetzt noch hinter dem Auto der Rennleitung hintnach fahren darf und das Rennen offiziell erst nach Krems gestartet wird. Kurz darauf kommt auch bei uns schon in die Fahrermasse Bewegung und wir können mit unseren Räder rauf zur Straße gehen. Dort angekommen sitzen wir auch schon auf und treten los, was ja für Roland und mich ja jetzt einfach ist weil wir ja normale Pedale haben im Gegensatz zu den ganzen Clipsfahrern.


Roland und ich sind gut sichtbar gestartet!

Gleich nach dem Start, der ja auf der B 33 liegt, geht es rauf zur Mauterner Donaubrücke und rüber nach Krems. Auf der Brücke ist es zwar noch etwas eng aber spätestens auf der B 3 ist genügend Platz und so geht es die ersten Kilometer gemeinsam mit Roland mal eher gemütlich dahin. Faszinierend finde ich wie viele Biker ich jetzt auf den ersten Kilometer sehe die mit einen Platten liegen geblieben sind, da bin ich schon froh das ich mir zwei Ersatzschläuche mitgenommen habe. Schon bald verlassen wir die B 3 wieder und biegen links in die L 73 Richtung Senftenberg ein. Noch immer rollen Roland und ich eher gemütlich dahin, gemütlich deswegen weil uns der Grosteil der anderen Teilnehmer mehr oder weniger um die Ohren fährt und das obwohl wir mit über 30 km/h unterwegs sind.


Ich glaub hier sind wir nun besser zu sehen!

Bei KM 8 wird dann das Rennen offiziell gestartet, wobei wir das Führungsfahrzeug niemals in Sichtweite hatten. Roland scheint es aber gespürt zu haben das es nun los geht und somit legt er eich gleich einen Zahn zu, was in diesen Moment auch recht gut geht weil wir in eine Gruppe gekommen sind und es so dank Windschatten viel leichter geht. Als sich kurz darauf ein Teil der Gruppe von uns absetzt hat Roland die bessere Spur als ich und so trennen sich nun unsere Wege. Ich sehe zwar immer wieder seinen Helm vor mir aber der wird immer kleiner und kleiner und als wir bei KM 14,5 die L 73 verlassen und in die L 7040 einbiegen ist Roland ganz verschwunden.


Nach uns durften dann auch die 50 km Fahrer starten!

Ab jetzt geht es für die nächsten 15 km Bergauf und da ja Roland nicht gerade der begnadetste Bergfahrer ist sollte ich ihn wohl bald wieder zu Gesicht bekommen. Schalte als mal ein paar Gänge runter und schon kommt die erste Kurve. Kaum um die Kurve rum sehe ich auch schon Roland wieder vor mir, was jetzt aber nichts mit einer sportlichen Höchstleistung von mir zu tun hat sondern damit das Rolands Rad einen Technischendefekt hat. Vergewissere mich beim vorbeifahren ob er eh keinen platten Reifen hat - er hat nämlich keinen Ersatzschlauch mit und würde bei einen Platten aufhören, was ich ihm jetzt nicht so recht gönnen würde. Da ihm aber nur die Kette vom Kranzel gesprungen ist fahre ich wortlos an ihm vorbei.


Da alle noch hinter dem Auto der Rennleitung nachfahren
ist das Rennen noch nicht offiziell gestartet!

Wortlos aber nicht weil ich unhöfflich bin sondern weil mir momentan etwas Luft fehlt und ich mir gerade mit einen anderen Teilnehmer ein kleine Match liefere. Seitdem es nämlich bergauf geht ist auch die Gruppe auseinander gefallen und jeder "kämpft" für sich allein die Straße rauf. Ich und mein Kontrahent überholen uns immer wieder gegenseitig und stacheln uns so gegenseitig an zumindest geht es mir so. Viele der Fahrer die mich im flachen überholt haben überhole ich nun wieder zurück und so geht es immer weiter den "Berg" hinauf. Bei KM 23 erwartet uns die erste Verpflegungsstelle, schnell leere ich noch meine Flasche bevor ich sie in der Verpflegungszone wegwerfe und mir eine neue geben lasse. 500 m weiter geht es auch schon leicht Bergab und so quetsche ich mir mein erste Gelpackerl in den Mund und spüle es mit Wasser runter.


Schon bald setzt sich Roland einwenig von mir ab ...

Muß jetzt auf etliche halbvolle Flaschen aufpassen die von Fahrern weggeworfen wurden und nun auf der Straße liegen. Ist sicher nicht so toll wenn man über so eine Flasche drüber fährt im schlimmsten Fall liegt man auf der Straße und das würde ich mir gerne ersparen. Nach der 8 km Bergauffahrt genieße ich nun mal das runter fahren was aber nicht lange dauert weil schon wieder geht es Bergauf und da fühlt sich jetzt das Gel und Wasser in meinen Bauch nicht so toll an. Nichtsdestotrotz muß ich aber den Anstieg rauf und so trete ich emsig weiter, wobei mir doch gehörig der Schweiß von der Stirn rinnt was jetzt nicht nur mit dem schönen warmen Sommertag zu tun hat was wir heute haben. In Groß Heinrichschlag bei KM 30 ist es mit der Schinderei vorerst mal vorbei weil ab jetzt geht es mal Bergab.


... und es dauert nicht mehr lange bis ich ohne ihn weiterfahre!

Bei der Abzweigung in die L 78 habe ich nun etwas Glück den gerade als ich das Rad zwecks Kurve umlegen will sehe ich daß dort viele Kieselsteine liegen. Um auf ihnen nicht wegzurutschen stelle ich mein Rad nochmals auf um es kurz darauf wieder umzulegen. Durch diese Verzögerung nehme ich diese Rechtskurve viel weiter außen als geplant und komme somit den entgegenkommenden Autos doch etwas näher als mir lieb ist, zum Glück geht sich aber alles schön aus. 300 m weiter verlassen wir die  L 78 schon wieder und biegen auf die L 7121 ein und es folgt, dank des steilen Gefälles, eine 5,6 km lange rasante Abfahrt.


Turbo Schnecken Fotografen in lauer Position ...

Hier steht auch die dritte Warntafel "Gefährlicher Streckenabschnitt" vor dem mich Gerhard ausdrücklich gewarnt hat. Nehme also Tempo raus und ... da kommt nix wirklich gefährliches! Nehme also wieder Tempo auf und düse weiter den Berg hinunter wobei ich noch einige weiter Warntafel sehe aber keine dazugehörigen Gefahrstellen. Kurz vor Mühldorf steht dann wieder einer dieser Schilder und ich will es gerade wieder nicht beachten als ich eine Lautsprecherdurchsage von einen Feuerwehrauto höre die vor der Stelle warnt. Nachdem dann auch noch ein wild fuchtelnder Feuerwehrmann steht nehme ich doch vorsichtshalber Tempo raus was auch gut so ist. Weil kurz darauf wartet auch schon eine in den Hang gegrabene Haarnadelkurve auf uns, falls man die Kurve nicht schaffen sollte haben sie aber eh eine kleine "Strohballenwand" aufgebaut um nicht auf der dahinterliegenden Mauer zu zerschellen. Bin jetzt doch froh langsamer geworden zu sein weil das sicher schmerzvoll geworden wäre die Kurve nicht zu erwischen.


... da kann es dann schon passieren das man eine Turbo Schnecken Zielankunft versäumt!

 Kurz danach biegen wir auch in die B 217 ein um sie nach wenigen Metern schon wieder zu verlassen. Kaum auf der L 81 geht es auch schon wieder Bergauf, diesmal aber nur für etwas mehr als vier Kilometer. Da ich inzwischen meinen Kontrahenten vom ersten Berg verloren habe kämpfe ich mich diesmal alleine nach oben wobei wirklich alleine bin ich beim Bergauffahren nicht weil ich doch immer wieder jemanden überhole. Bei KM 42 die nächste Labstelle, da ich aber noch genügend Wasser habe, der Verpflegungstisch lauter davor stehender Radfahrer nicht zu sehen ist und es auch niemanden gibt der einen eine Flasche reicht fahre ich weiter. Mit der Labstation sind auch die großen und langen Steigungen für heute vorbei den ab jetzt geht es fast nur mehr Bergab bis zum Ziel, wenn ich mich recht erinnere.


Ich der Genußradler!

 Mache mich jetzt so klein als möglich am Rad und trete los, das ändert aber nichts daran das mich nun etliche Teilnehmer überholen obwohl sie so gut wie gar nicht treten und das werden immer mehr. Also das ist jetzt schon etwas deprimierend wenn die an einen so Pulkweise vorbeirollen und du in die Pedale trittst und nicht mitkommst. Als wieder so ein Pulk an mir vorbeirollt versuche ich mich anzuhängen was überraschender Weise auch gelingt und so geht es im Pulk gleich viel leichter und auch etwas schneller weiter. Muß nur aufpassen das ich keinen zu großen Abstand aufreise weil das zufahren kostet immer ur viel Kraft. Das ganze gelingt mir auch recht gut bis wir über die B 216 zur B 3 kommen.  Dort schneiden manche den Kreuzungsbereich so an das ein Loch zu ihnen entsteht das ich nicht mehr zufahren kann. Kurz darauf haben wir auch schon Emmersdorf erreicht das ich ja von meinen Marathonsstart beim Wachaumarathon kenne.


Michi ist zurück,
zum Glück werden ja nicht alle Turbo Schnecken Zielankunft ähhh verschlafen!

In Emmersdorf verlassen wir auch schon wieder die B 3 und fahren über die Donaubrücke zur B 33. Auf der B 33 schließt ein anderer Teilnehmer zu mir auf und bietet mir seinen Windschatten an und so geht es gleich wieder etwas leichter dahin. Schon bald wird unsere Gruppe immer größer und so geht es recht flott dahin. Nur kommt leider auch eine kleine Steigung und schon reist es die Gruppe auseinander was ja nicht so schlimm wäre wenn ich mit der Gruppe mithalten könnte. Dem ist aber nicht so und so geht es wieder alleine weiter bis ich wieder eine Gruppe finde wo ich mitfahren kann. Bis jetzt habe ich nicht gewußt wie viele Anstiege es hier auf der B 33 neben der Donau gibt auch wenn sie nur kurz sind. Jeder, egal wie kurz er jetzt auch sein mag, tut schon sehr weh in den Beinen und ich fange an immer öfters auf die Uhr zu schauen wie weit es noch ist. So rutsche ich nun in der Ergebnisliste immer weiter nach hinten weil kaum habe ich eine Gruppe gefunden fliege ich auch schon wieder raus weil eine "Steigung" kommt.


Jetzt geht es schon etwas mühselig dahin!

Auf diesen letzten Abschnitt gibt es bei diversen Ortschaften auch so manche Engstelle die aber immer gut von der freiwilligen Feuerwehr geregelt werden. Ca. 5 Kilometer vorm Ziel hat wohl ein Radfahrer eine unübersichtliche Rechtskurve zu schnell genommen und ist in den Gegenverkehr gekommen und gegen ein Auto geprallt, was ich aus einen total kaputten Fahrrad und einen Polizisten der die Reifenstandorte des Autos markiert schließe. Dahinter hat sich schon ein gewaltiger Stau gebildet und in den Moment wir meine kleine Gruppe von einer großen geschluckt. Wobei manche Fahrer von denen jetzt wohl glauben sie sind bei der Tour de France dabei und kämpfen um den Tagessieg. Die Fahren so knapp an den im Stau stehenden Autos vorbei das nicht mal mehr ein Finger zwischen Lenker und Rückspiegel paßt. Bin echt froh als die Gruppe an mir vorbei ist und es wieder etwas ruhiger wird. Als ich nach vorne Blicke sehe ich plötzlich einen orangenen Helm in den Getümmel vor mir, das wird doch nicht Roland sein?!


Roland hat es geschafft und ist (grummel grummel) vor mir im Ziel!

Versuche ihm nun näher zu kommen nur fehlt mir leider schon die Kraft dazu und ich bin froh halbwegs am Ende der Gruppe mitzuhalten. So geht es etwas griesgrämig weiter und das Ziel kommt immer näher wie mir die Bodenmarkierung: "Ziel 1000 Meter" anzeigt. Normalweiser sollte man jetzt nochmals in die Pedal treten und Vollgas geben. Ich aber freue mich es gleich geschafft zu haben, nehme das Tempo raus und bin froh es in kürze hinter mir zu haben. Viel schneller als erwartet steht auch schon "Ziel 500 Meter" am Boden und jetzt sieht man auch schon den Zielbogen genauso wie mein Zwergi und die anderen Turbo Schnecken Weibchen. Kurz darauf geht es auch schon mit einen innerlichen "Ja, es ist vorbei!" über die Ziellinie.

     
Fast eine Minute nach Roland habe auch ich es geschafft, jaaaaaaaa!

Fahre gleich weiter ins Bikerdorf um zu schauen wem der orangene Helm gehört. Da es nicht viele in der Farbe gibt ist der Helm rasch wieder gefunden und tatsächlich gehört er Roland - grummel grummel, schon bitter wenn man so knapp vorm Ziel noch abgefangen wird!

     
Erledigt im Ziel!                                               Heul, es macht mir gar nichts aus das ich nach Roland ins Ziel gekommen bin!


Kurz darauf kann ich aber auch schon wieder lachen!

Mit Pepi und Michi sind auch schon die ersten zwei Turbo Schnecken von der 50 km Distanz im Ziel, nur Wolfgang fehlt noch was uns einwenig beunruhigt. Als der 50 km Schlußwagen ins Ziel kommt klärt sich auch das Schicksal von Wolfgang auf, der hatte nämlich 2 Patschen und nur einen Reserveschlauch somit blieb ihm nichts anderes übrig als im Schlußwagen Platz zu nehmen.

     
Das große warten auf Gerhard hat begonnen ...


... der düst noch einwenig in der Gegend rum!

Da bis zur Zielankunft vom lieben Gerhard noch genügend Zeit bleibt gehen wir uns umziehen und im Anschluß daran nehmen wir im Bikerdorf Platz um uns zu stärken. Nach 6 Stunden 59 Minuten und 7 Sekunden kommt schließlich auch Gerhard ins Ziel.


Auch Gerhard kommt noch ins Ziel bevor diese komplett abgebaut wird!

Nachdem er sich dann gestärkt hat und uns seine ersten Erlebnisse geschildert hat begeben wir uns auch schon auf die Heimreise.


Danke an die Familie Schulz für das Turbo Schnecken Finischer Marillenkuchen Bufet!

Resümee

Zuerst einmal Danke an den lieben Gerhard daß er mir diese Erfahrung eines Straßenradrennens ermöglicht hat. Hielt sich meine Begeisterung anfangs doch sehr in Grenzen so war es dann doch ein tolles Erlebnis auch wenn ich meinen erhofften 30 km/h Schnitt knapp verfehlt habe. Auch wenn mir beim Bergabfahren teilweise zum Heulen war wenn die anderen an mir vorbeigerollt sind so war es faszinierend wenn ich mit einer Gruppe mitfahren konnte.


Die glorreichen 5 Wachauer Radtage Turbo Schnecken!

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